Intel vs. AMD

Europäischer Gerichtshof bestätigt Milliardenstrafe für Intel

1,06 Milliarden Euro Strafe soll Intel zahlen: wegen AMD-Bashings. Der Europäische Gerichtshof bestätigte damit ein Urteil aus einem Kartellverfahren. Intel wird wettbewerbswidriges Verhalten gegenüber AMD vorgeworfen.

1,06 Milliarden Euro muss Intel wegen wettbewerbswidrigem Verhalten zahlen.

© Gregor Ter Heide, public domain, Wikipedia

1,06 Milliarden Euro muss Intel wegen wettbewerbswidrigem Verhalten zahlen.

Das Bußgeld von 1,06 Milliarden Euro wurde von der Europäischen Kommission bereits 2009 verhängt. Dieses Urteil war damals das Ergebnis eines zweijährigen Verfahrens, in dem Intel vorgeworfen wurde, PC-Herstellern und Elektronik-Ketten Geld gezahlt zu haben, um den Rivalen AMD vom Markt zu drängen. 

Der Streit ist jedoch noch älter: Schon in 2000 und in 2002 hatte AMD Beschwerden eingelegt, dass Intel PC-Hersteller wie Dell und HP mit Sonderrabatten dazu veranlasst habe, vorwiegend Intel-CPUs zu verbauen. Auch die Media-Saturn-Gruppe soll dafür bezahlt worden sein, nur Computer mit Intel x86-Prozessoren zu verkaufen. Auch HP, Acer und Lenovo sollen Geld dafür bekommen haben, AMD-Produkte erst später oder nur eingeschränkt auf den Markt zu bringen.

Nach weiteren Beschwerden AMDs wurde das Verfahren in 2007 eröffnet, das dann in 2009 zu dem 1,06-Milliarden-Bußgeld führte. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Intel "Exklusivitätsrabatte" und andere Zahlungen vergeben habe, die klar wettbewerbswidrig und missbräuchlich gewesen seien.

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Intel habe den europäischen Verbrauchern geschadet, indem es "viele Jahre lang gezielt versucht hat, Wettbewerbern den Zugang zum Computer-Chip-Markt zu verwehren", wie die EU-Kommissarin Neelie Kroes die Entscheidung von 2009 erläuterte. Die Revision, die Intel daraufhin beantragt hatte, wird mit dem neuen Urteil des EuGH verworfen. Das Gericht meinte dazu, dass die nun bestätigte Strafe "als verhältnismäßig zu betrachten" sei. Bis zu 10 Prozent des Intel-Jahresumsatzes von etwa 37 Milliarden Euro (in 2009) wären laut Gericht als Stafmaß möglich gewesen.

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