Prozessormarkt

Intel 2011 zum 3. Mal im Pech

Intel hat zum dritten Mal dieses Jahr eine Panne zu vermelden. Nach Satagate im Frühjahr und dem kürzlich erst behobenen 8-MByte-Bug bei den hauseigenen SSDs ist nun der kommende Prestige-Prozessor Sandy-Bridge E betroffen.

Intel hat es 2011 nicht leicht - eine Katastrophe jagt die Nächste. Die neue Sandy Bridge Plattform hatte im Frühjahr veritable Verspätung, da fehlerhafte Transistoren des Sata-6.0-Gbit/s-Controllers ein B2-Stepping des Chipsatzes erforderlich machten. Andernfalls wäre mit sinkenden Transferraten bis hin zum Totalausfall der Schnittstelle zu rechnen gewesen. Glück im Unglück hatte Intel, dass Erzrivale AMD nicht in der Lage war, die Situation für sich zu nutzen.

Im Juli folgte Debakel Nummer 2: Fehlerhafte Kondensatoren in den Solid State Drives der 320er Serie führten zu unbrauchbaren Festplatten und schlimmstenfalls totalem Datenverlust. Zuerst spielte Intel "toter Mann", die User waren allein gelassen, und in den Foren machte sich Unmut breit. Selbst nach Kenntnisnahme dauerte die Behebung des Fehlers per Firmware für einen Weltkonzern unangemessen lange.

Nun wird sich voraussichtlich die Auslieferung der Enthusiasten-Prozessoren der Reihe Sandy Bridge E nicht unerheblich verzögern. Nachdem bereits im August die üblicherweise gut informierte Website VR-Zone berichtet hatte, Intel habe Probleme mit den TDP der geplanten Prozessoren der Sandy-Bridge-E-Baureihe, Core i7 3820, Core i7 3930K und Core i7 3960X. Laut VR-Zone liegt der Stromverbrauch der CPUs eher bei 180 Watt als bei den von Intel angegebenen 130 Watt.

Jetzt wurde, ebenfalls von VR-Zone kolportiert, bekannt, dass das C1-Stepping der CPU massive Probleme mit der Virtualisierungstechnik VT-d hat. VT-d erlaubt einer Virtual Machine den direkten Zugriff auf den Speicher von Erweiterungskarten. Ein Szenario, das zugegebenermaßen nicht viele Enduser betrifft, jedoch bei der Server-Virtualisierung Stand der Technik ist. Intel arbeitet derzeit an einem C2-Stepping, um den Fehler zu beheben. Dies wird die Auslieferung der Prozessoren bis spät in 2011 oder sogar auf Anfang 2012 verschieben. 

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