Von AGB vertrieben

Instagram büßt 65 Prozent der Power-Nutzer wegen geplanter AGB-Änderungen ein

Laut Analysten soll der Foto-Dienst Instagram wegen der geplanten und teilweise widerrufenen AGB-Änderungen rund 65 Prozent seiner Power-Nutzer verloren haben. Zu tief sitzt wohl der Schock, das Unternehmen könne mit User-Inhalten Geld machen - ohne Beteiligung für die Fotografen.

Instagram hat ausgeknipst: Der geplante Verkauf von Nutzerfotos an Werbefirmen zollt seinen Tribut.

© Screenshot, http://instagram.com/

Instagram hat ausgeknipst: Der geplante Verkauf von Nutzerfotos an Werbefirmen zollt seinen Tribut.

Für Instagram-Nutzer war sie ein Skandal: die Nachricht, dass der zu Facebook gehörende Fotodienst mit den Bildern der Nutzer Geld machen dürfte, ohne die Urheber zu entlohnen. Nach einer Protestwelle (Shitstorm) ruderten die Betreiber Mitte Dezember 2012 zurück und strichen die umstrittenen Passagen aus den neuen Instagram-AGB. Jene treten heute in Kraft; jedoch ohne die Klauseln, für die das Management viel Kritik einstecken musste. Die User könnten nun eigentlich aufatmen, und die Betreiber wie gewohnt weiterarbeiten.

Doch so einfach ist es scheinbar nicht, denn es zeichnet sich eine herbe Nachwirkung des Instagram-Vorfalls ab. Instagram bekommt scheinbar deutlich zu spüren, mit dem Vertrauen der Nutzer gespielt zu haben. Angeblich stellten rund 65 Prozent der Stammnutzer ihre Aktivitäten auf Instagram ein. Dies lassen Werte des Analyse-Diensts von appstats.eu vermuten. Demnach steige zwar die Zahl der mindestens einmal im Monat aktiven Nutzer weiterhin kontinuierlich an, doch der Anteil der täglichen Instagram-Anwender - also die Stammnutzer - brach in den vergangen 30 Tagen von 16,35 Millionen am 17. Dezember 2012 auf 5,79 Millionen Nutzer am 15. Januar 2013 ein.

Die steigende Anzahl der monatlich aktiven Nutzer lässt zwar Gutes für die Betreiber hoffen. Womöglich sind darunter jedoch viele Nutzer, die sich Instagram einmal kurz anschauen und danach wieder deinstallieren. Eine bedeutendere Kenngröße für den Erfolg ist daher der Wert für die täglich Aktiven.  Ein Tiefstwert war mit 5,2 Millionen DAUs (Daily Active Users) am 18. Dezember 2012 erreicht. An diesem Tag gab Instagram im Rahmen der neuen AGB eine direkte Kooperation mit Facebook bekannt. Diese beinhaltet unter anderem, dass Instagram Daten seiner Nutzer ungefragt an das weltgrößte Social Network weitergeben darf.

Die umstrittene Klausel sah darüber hinaus noch vor, dass Instagram die Bilder der Nutzer an Werbefirmen verkaufen dürfe. Dies geschehe ohne Nachfrage und ohne jegliche Form der Honorierung für den jeweiligen Urheber. Nachdem eine Protestwelle ausbrach, beteuerte Mitgründer Kevin Systrom, es handele sich bei der Passage im ersten Entwurf der Instagram-AGB lediglich um ein Missverständnis. Das Unternehmen habe nicht die Absicht, mit privaten Fotos von Nutzern Geld zu machen. Auch sollten die Bilder angeblich nie in Werbeanzeigen auftauchen. Das Vertrauen der Nutzer scheint dennoch dahin zu sein.

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