Noch viele verseucht

In vier Wochen werden DNS-Changer Server abgeschaltet

Die sauberen Ersatz-Server für mit dem Schädling DNS-Changer verseuchte Rechner werden am 9. Juli abgeschaltet. Rechner, die bis dahin noch immer nicht bereinigt sind, werden dann praktisch nicht mehr ins Web kommen. Mehrere 100.000 Computer sind nach wie vor betroffen.

In vier Wochen werden DNS-Changer Server abgeschaltet

© Archiv

In vier Wochen werden DNS-Changer Server abgeschaltet

Im November 2011 hat die US-Bundespolizei FBI in Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden anderer Länder im Rahmen der "Operation Ghost Click" das Bot-Netz "DNS-Changer" ausgehoben. Mehrere Personen wurden verhaftet, die Server, die das Bot-Netz steuerten, wurden beschlagnahmt. Etwa vier Millionen Rechner waren zu Spitzenzeiten mit dem Schädling DNS-Changer infiziert.Der Schädling hat die DNS-Einstellungen der Computer manipuliert, sodass die Namensauflösung über von den Online-Kriminellen kontrollierte Server erfolgte. So konnten die Täter die Aufrufe beliebiger Websites auf andere Seiten umleiten. Diese manipulierenden Name-Server hat das FBI vom Netz genommen und durch saubere Systeme ersetzt. Ohne diese Ersatzsysteme können infizierte Rechner keine Web-Seiten mehr aufrufen.Doch diese Systeme werden, nach mehreren Fristverlängerungen, am 9. Juli endgültig abgeschaltet. Die DNS Changer Working Group (DCWG) schätzt, dass noch immer 350.000 Rechner infiziert sind. In Deutschland sind es nach Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) etwa 20.000. Werden sie nicht bis zum 9. Juli bereinigt, laufen DNS-Anfragen ins Leere und es können praktisch keine Internet-Dienste mehr genutzt werden.Ob der eigene Rechner betroffen ist, lässt sich durch einen Aufruf der Website dns-ok.de feststellen. Für die Erkennung wird lediglich ausgenutzt, dass mit DNS-Changer infizierte Rechner andere DNS-Server nach der IP-Adresse des Web-Servers fragen als unverseuchte. Abhängig davon wird eine andere Seite angezeigt. Es wird keine Software installiert und es werden keine individuellen Daten gespeichert. Benutzer verseuchter Computer erhalten Tipps zur Behebung des Problems, auch für Mac-Systeme.Internet-Provider und Online-Dienste warnen Betroffene inzwischen ebenfalls. So zeigen etwa Google und Facebook entsprechende Warnmeldungen an, falls ein infizierter PC auf ihre Seiten kommt. Die Deutsche Telekom verschickt sogar Briefe an betroffene Kunden.

Mehr zum Thema

Windows Update: Screenshot
Windows Update jetzt ausführen

Windows Update: Microsoft schließt mit Patch KB3079904 eine kritische Sicherheitslücke, mit der Angreifer ein System komplett übernehmen können.…
Whatsapp-Logo
Abofallen und Gewinnspiele

Erhalten Sie per Whatsapp Werbe-Nachrichten zu Whatsapp Gold, klicken Sie getrost auf Löschen. Dahinter verbergen sich Abofallen und dubiose…
Symbolbild: Sicherheit
Kundenpasswörter im Klartext

Bitdefender-Hack: Der Hacker fordert 15.000 US-Dollar, ansonsten würden Nutzerdaten veröffentlicht. Diese speicherte Bitdefender übrigens im…
Flash-Lücke entdeckt
Schädlinge über Flash-Werbung

Yahoo-Webseiten lieferten vom 28. Juli bis 3. August Malware über Flash-Werbung aus. Das entdeckte das Sicherheitsunternehmen Malwarebytes.
Symbolbild für Internet-Sicherheit und Spionage
Teslacrypt

Die Ransomware "TeslaCrypt" ist ein Trojaner, der vor allem Zockern zu schaffen macht. Savegames werden verschlüsselt, die angeblich erst gegen…