High-End-Vertrieb

Im Hörraum von Audio Reference

Der Ton macht die Musik: Das Credo des High-End-Vertriebs Audio Reference gilt ebenso für seinen Inhaber Mansour Mamaghani. Wir haben ihn besucht und die gewaltige Klangkulisse im firmeneigenen Hörraum erlebt.

Sonus faber Lautsprecher

© Audio Reference, J. Fleischmann, H. Härle

Sonus faber Lautsprecher

"Haben Sie den Luftzug gespürt?", fragt Mansour Mamaghani. Er steht im Heimkino des Firmengebäudes von Audio Reference. Viele Detonationen von Schiffskanonen hatten den großzügig bemessenen Vorführraum eben noch erschüttert. Sogar das weiche Ledersofa hatte spürbar gezittert. Die Schlachtszene aus dem Spielfilm Master & Commander, die diese Soundkulisse lieferte, wird wegen ihrer Klangdynamik gern für Hörproben herangezogen.

Audio Reference

  • Unternehmen: Audio Reference ist ein High-End-Vertrieb, der Händler in ganz Deutschland beliefert.
  • Gegründet: 1999 in Hamburg.
  • Produkte: High-End-Audio- und -Videoprodukte vorwiegend englischer, italienischer und US-amerikanischer Hersteller.
  • Firmensitz: Ein zweistöckiges Gebäude in der Nähe des Hamburger Flughafens bietet ausreichend Platz für Vorführ- und Verkaufsräume. Unter anderem befinden sich zwei akustisch optimierte Audio-Hörräume sowie ein erstklassig ausgestattetes Heimkino im Haus.
  • Werkstatt: Sie dient für Reparaturen und für Sonderanfertigungen nach Kundenwunsch.

Mansour Mamaghani erklärt: "Auf jeder Seite der beiden Lautsprecher Meridian 8000 befinden sich drei Bass-Chassis. Wenn deren Membranen vor- und zurückschwingen, erzeugen sie entsprechende Luftbewegungen." Obwohl die Wiedergabe nicht in Surround, sondern mit der von Meridian entwickelten "Trifeld"-Technik erfolgte, verblüffte die Räumlichkeit: Während die Deckmannschaft wild über die Planken polterte, um die Schäden zu beheben, fühlte man sich tief in den hölzernen Schiffsrumpf hineinversetzt.

Audio Reference: High-End-Vertrieb

Mansour Mamaghani ist Mitte 40 und elegant gekleidet. Und er zeigt ein sympathisches, gewinnendes Lächeln. "Wir bewegen uns hier in einem Top-Top-Segment", sagt er. "Es gibt nur eine Handvoll Händler in Deutschland, die diese hochwertigen Produkte vertreiben." Und er fügt hinzu: "Wir sind einer der drei besten."

In diesem Bereich seien 20.000 Euro für eine Anlage nicht viel, meint Mamaghani. Einzelne Komponenten kosteten bis hinauf zu 200.000 Euro.

Vier 5.1-Surround-Sets im Test

Für seine Produkte müsse er wenig Überzeugungsarbeit leisten, sagt Mamaghani. Meist bitte er Interessenten, eine CD mitzubringen. Wenn sie dann ihre Musik auf einer Spitzenanlage hören, reagieren sie begeistert: "Das ist meine CD?", fragen sie oft verwundert. "So habe ich sie aber noch nie gehört."

Er lacht. "Sie erleben ihre Musik das erste Mal so, als würden die Musiker direkt vor ihnen stehen. Wenn sie dieses Erlebnis einmal haben, möchten sie so eine Anlage besitzen." Er erinnert sich: "Einmal hatte ich einen Kunden, der seine Heimanlage nach einer Vorführung vier Wochen lang nicht mehr einschalten wollte. Er hatte Angst, enttäuscht zu werden."

Mamaghani steht neben einem mannshohen Schallmöbel. Wir sind im Allerheiligsten von Audio Reference angelangt. In diesem Raum steht das Feinste vom Feinen.

High-End vom Feinsten im Hörraum

Die Lautsprecher Fenice der italienischen Nobelmarke Sonus faber ziehen sofort jedermanns Aufmerksamkeit auf sich. Ihre holzfurnierten Seitenwangen glänzen. "Meiner Frau würden sie nicht gefallen", lacht Mamaghani. Doch für High-End-Fans sei deren auffallende Erscheinung gerade attraktiv. "Hier hat man alles gemacht, was möglich ist", erläutert Mamaghani.

Während er die Bauweise erklärt, weist er mit seinen Händen auf die entsprechenden Teile. "Dieses Kopfstück wurde aus einem Stück Aluminium gefräst." Er zeichnet die gerundete Form des Werkstücks nach. "Eine Materialschlacht." Ebenso die Bodenplatte: "Kopfteil und Gehäuseboden sind mit massiven Metallstangen verbunden."

Der Sinn der Bauweise sei es, das Gehäuse akustisch komplett von den Chassis-Schwingungen zu entkoppeln. Nur so ließen sich Gehäuseresonanzen vermeiden, die den Klang der Musik verfälschten.

Surround-Sound im Auto mit Quantum Logic

Kaum weniger beeindrucken die beiden Endstufen Krell MRA, die zwischen den Lautsprechern auf dem Boden ruhen. Sie haben die Größe einer Truhe, reichen bis zu den Knien hinauf und einen Meter in die Tiefe. "Dies sind die teuersten Class-A-Endstufen, die in Serie gefertigt werden", erläutert Mamaghani. Sie liefern jeweils bis zu 11.000 Watt Leistung.

"Wir können sie hier mit Drehstrom versorgen." Wegen der Class-A-Schaltung sei der Stromanteil an der Leistung größer als der Spannungsanteil. "Die EU wird die Class-A-Bauweise in den kommenden Jahren verbieten", schätzt Mamaghani. Allein im Standby- Betrieb würden die Endstufen je 1.000 Watt verbrennen.

Hörprobe bei Audio Reference

Er legt eine CD in den Krell-Player Evolution 555. Vom ersten Moment an scheint die Stimme des Country-Sängers Allan Taylor leibhaftig zwischen den Boxen hervorzutreten. Eine Phantomschallquelle, die sich fast komplett von den Lautsprechern löst und körperlich dazwischen steht. Die Gitarrentöne perlen durch das Zimmer.

Sodann stellen Hugh Masekela und Yuri Honing die Dynamik dieser Anlage im Wert eines Einfamilienhauses auf die Probe. Ansatzlos durchzucken die Percussion-Akzente den Raum, trocken schlägt der Daumen die Basssaiten. Das Saxofon, das anhebt, ist eine Wucht. Diese Anlage beherrscht die Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten mit einer Natürlichkeit, die fasziniert.

Eine Jazz-Combo darf aufspielen. "Das ist eine Live-Aufnahme", betont Mamaghani. Eine überflüssige Bemerkung: Die Club-Atmosphäre hat den Raum bereits durchdrungen. Man wähnt sich zwischen den Tischen, von Stimmengewirr, Lachen und Gläserklirren umgeben. Ein Schlagzeuger beginnt, seine Besen zu schwingen. Er scheint mit seiner Snare Drum direkt vor einem zu sitzen, es raschelt lebensecht.

Bald setzen Bass, Klavier und Bläser ein. Während die Combo swingt wie im Rausch, blickt Mamaghani herüber. Er bewegt die Lippen, spricht offenbar, aber es ist nichts zu hören. Er dreht die Lautstärke herunter: "Das war laut, oder? Wenn die Wiedergabe verzerrungsfrei ist, sind auch hohe Lautstärken völlig angenehm. Sie merken nicht einmal, dass Sie laut Musik hören."

Eine Plastik an der Wand in Mamaghanis Büro zeigt ein überlebensgroßes Ohr. Ein Künstler hat es in limitierter Auflage gefertigt, die Redaktion unserer Schwesterzeitschrift AUDIO hat es ihm zum 40. Geburtstag geschenkt. Hier hängt es goldrichtig.

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© Audio Reference, J. Fleischmann, H. Härle

Das Heimkino bei Audio Reference: 2K-Projektor Faroudja F10, Leinwand von Screen Research, Referenz-DVD-Player Meridian 800 mk4 und Surround-Prozessor Meridian 861 mk6.
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© Audio Reference, J. Fleischmann, H. Härle

Die Class-A-Endstufe Master Reference Amplifier (MRA) von Krell kostet stolze 200.000 Euro.

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