Erotik für Möbelfetischisten?

Kurios - HotMalm.com macht Ikea-Bett zum (Schmuddel)-Sternchen

"Das Internet ist für Pornos da", soll mal jemand gesagt haben. Unrecht hat derjenige scheinbar nicht, wenn man die Menge an Google-Ergebnissen für "Sex" mit denen für "Nachrichten" vergleicht. Nun springt eine New Yorker Werbeagentur auf den Zug auf und präsentiert eine vermeintliche Porno-Webseite. Der Star: ein eigentlich ganz und gar nicht erotischer Alltagsgegenstand.

Hotmalm.com sorgt für Lacher: ein Ikea-Bett als Porno-Star.

© Screenshot: WEKA; hotmalm.com

Hotmalm.com sorgt für Lacher: ein Ikea-Bett als Porno-Star.

Wer viel im Internet unterwegs ist, ein bisschen Anstand besitzt und auf einer Webseite mit dem Titel "Hot Malm" Sachen liest wie "Blonde Malm shows Pink", "Hot Malm from Behind" oder "Teen Malms", der klickt bestimmt auf das "X" und sucht das Weite. Doch wir - die pc-magazin.de-Redaktion - werden unserem journalistischen Auftrag nicht gerecht, wenn wir nicht zumindest einen Blick wagen würden, um uns bei Themen wie Netzleben und Internetsternchen auf dem aktuellen Stand zu halten.

Auf der Startseite der besagten Homepage sehen wir den Schriftzug "Hot Malm" - in einem für gewisse Kreise typischen Pink. Wir fragen uns, wer oder was Malm sein könnte. Der erwähnte Schriftzug wird begleitet von einer obligatorischen Sicherheitsabfrage und einer Vorwarnung: "Diese Hot-Malm-Action ist zu heiß für Minderjährige. Sind Sie über 18 Jahre alt?" Buttons mit den Antworten "Yes, Malm" und "No, Malm" lassen uns im Porno- und Fetisch-verseuchten Web bereits das Schlimmste befürchten. Eine Fußnote, die Seite wäre "completely safe for work" - also völlig unbedenklich für Büro-Surfer -, macht uns neugierig.

Blauäugig und ehrlich, doch bei derartigen Sachen hart erprobt wie wir sind, klicken wir natürlich auf "Yes, Malm" - Neugier ist schließlich unser zweiter Vorname. Und auf einen Verweis, weil wir uns als minderjährig ausgeben, haben wir freilich keine Lust. Lust ist nach dem Klick auf den besagten Button auch das vermeintliche Stichwort. Die Seite verspricht uns blonde Malms-Zwillinge, heiße Malms von hinten, reife Malms, Live-Webcams und Tiere auf Malms. Bei Letztgenanntem stockt uns der Atem und wir sind geschockt - wenn das unser Chef sieht, oder die NSA?! Und die verrät es unseren Kollegen ... Wir wollen uns das Szenario, mindestens drei Abmahnungen gleichzeitig und lebenslanges Internetverbot, nicht weiter ausmalen.

hotmalm.com: Nichts für Perverse

Nachdem die Internetleitung die zur Webseite gehörenden Bilder nachlädt, atmen wir auf: tatsächlich nichts Anstößiges. Dennoch haben wir natürlich Bammel, es könnten lediglich Standbilder oder vermeintlich harmlose Startscreens von anrüchigen Videos sein. Und jeden Moment könnte sich diese mysteriöse Malm blicken lassen. Ist es eine Person? Diese müsste es mindestens zweimal geben. Dazu müssten eine reifere Bekannte oder Verwandte, ebenso mit dem Namen Malm, und ein Haustier kommen. Doch wir machen uns keine weiteren schmutzigen Gedanken und schielen erst einmal mit einem Auge weiter auf die Bildausschnitte.

Nachdem wir uns trauen, auf eines der Bildchen zu klicken - welches, das verraten wir jetzt nicht - kommt die Erleichterung, und damit eine willkommene Belustigung im Arbeitsalltag. Hinter jedem Bild verbirgt sich ein Link auf die Ikea-Webseite. Hinter jedem getesteten Link treffen wir auf eine andere - der Beschreibung mehr oder minder entsprechenden - Ausgabe eines prinzipiell immer gleichen Ikea-Möbels. Naturgemäß gehört auch hier ein Ikea-Name dazu: "Malm".  Die Macher hinter der besagten Webseite waren kreativ und haben lediglich Fotos verschiedener Malm-Betten zu Überschriften erstellt, die typischen Hardcore-Porno-Angeboten nachempfunden sind.

hotmalm.com: Wer ist dafür verantwortlich?

Hinter hotmalm.com steckt die New Yorker Werbeagentur Droga5, und dahinter der Geschäftsführer David Droga. Er erzählt gegenüber adweek.com, wie er und ein paar Freunde über den Zeitraum von drei Jahren die Idee entwickelten und umsetzten. Nach dem College schlenderten sie durch ein Ikea-Möbelhaus, auf der Suche nach passenden Betten für ihre jeweiligen neuen Unterkünfte. Sie stießen auf die Malm-Serie und machten sich über den Namen lustig. Spätestens als einer der Freunde die phonetische Ähnlichkeit zwischen dem Namen Malm und "mom" (Englisch: Mutter) betonte, war es um die trockene Ernsthaftigkeit eines Möbelkaufs geschehen und die kuriose Idee zur Webseite "Hot Malms" geboren.

Dazu muss man erklärend sagen, dass es einerseits bei manch infantilen Menschen als lustig gilt, sich über Mütter lustig zu machen. Andererseits steht der englischsprachige Term "Mom" oder dessen Mehrzahl "Moms" in gewissen Kreisen für ein Idealbild eines reiferen Sexobjekts, völlig unabhängig von der typischen Bedeutung hinter dem Wort "Mutter": eine Frau, die ein Kind gebärt und es behütend großzieht. Dies steht in erwähnten Kreisen definitiv nicht im Fokus. Aber vertiefen wir das nicht weiter, bevor sich irgendwelche Abgründe auftun ...

hotmalm.com: Was sagt Ikea dazu?

Mit einer offiziellen Ikea-Werbung hat die Webseite "Hot Malms" übrigens nichts zu tun. Die Schweden haben sich bisher noch nicht dazu geäußert. Wer sich selbst ein Bild machen will, klickt sich einfach mal durch.

Wichtig: Auch wenn ihnen auf der Arbeit ein zusehender Kollege Übles nachreden will, die Seite www.hotmalm.com ist tatsächlich unbedenklich.

Übrigens: Wenn Sie auf der Startseite auf "No, Malm" klicken, landen Sie direkt in der Kinder-Abteilung des schwedischen Möbelhauses.

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© Screenshot: WEKA; hotmalm.com

hotmalm.com: Nicht so dreckig, wie man glauben könnte.

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