Hosting-Urteil

Webspace-Anbieter müssen für fehlende Website-Backups haften

Erstellt ein Webhoster keine ausreichenden Backups einer Website, muss er bei einem Ausfall Schadensersatz leisten, urteilt das Landgericht Duisburg.

Hoster müssen Schadensersatz leisten, wenn beim Crash Backups fehlen.

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Hoster müssen Schadensersatz leisten, wenn beim Crash Backups fehlen.

Webhoster müssen bei einem Ausfall Schadensersatz leisten, wenn kein ausreichendes Website-Backup erstellt wurde. So urteilt das Landgericht Duisburg in einem aktuellen Fall einer Klägerin, die sich 2006 für damals etwa 5.000 Euro eine Website erstellen ließ. Für 24 Euro pro Monat ließ die Klägern ihre Website bei der Angeklagten hosten. Das Hosting übernahm die Beklagte jedoch nicht selbst, sondern beauftragte ein Subunternehmen mit dieser Angelegenheit.

Bei diesem Subunternehmen kam es Mitte 2012 zu einem Server-Zusammenbruch, bei dem Datenschaden entstand. Die Website der Klägerin konnte aufgrund nicht vorhandener Backups nicht mehr wiederhergestellt werden. Die Geschädigte klagte und forderte 5.000 Euro Schadensersatz, um eine neue Website erstellen zu lassen, die Anwaltskosten sowie einen Nutzungsausfall, der durch die nicht erreichbare Website entstand, in Höhe von 3000 Euro. Insgesamt klagte die Geschädigte vor Gericht also etwa 8.500 Euro ein.

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Das Gericht gab der Klägerin recht. Es urteilte, dass zwischen den beiden Parteien ein Hosting-Vertrag geschlossen wurde. Dieser beinhalte dienst-, Miet- und werksvertragliche Punkte. Aus diesen Aspekten ergäbe sich angesichts einer "erheblichen Bedeutung der Datensicherung" für den Hoster eine Nebenpflicht. Er muss Backups der Website erstellen, auch wenn dies vertraglich nicht ausdrücklich geregelt ist. Ist der Datenverlust dann vom Hoster verschuldet, so haftet der oder die Beklagte hierfür.

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Obwohl die Klägerin recht bekommen hat, gestand ihr das Gericht nicht die volle Summe von den geforderten 8.500 Euro zu. Es sei ein "alt für neu" Abzug vorzunehmen. Da die Seite aus dem Jahr 2006 stammt ergebe sich eine entsprechende Wertminderung. Außerdem konnte die Klägerin die Nutzungsausfallentschädigung vor Gericht nicht mit Tatsachen untermauern. Auch die Gerichtskosten muss die Klägerin zu 85 Prozent selbst tragen. Jedoch bekam sie vom Gericht die außergerichtlichen Anwaltskosten zugesprochen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, denn die Klägerin hat Berufung eingelegt.

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