Job-Spam

Hohes Spam-Aufkommen im Sommer

Im Gegensatz zu früheren Jahren hat das Spam-Aufkommen in der diesjährigen Feriensaison nicht nachgelassen. Eine aktuelle Mail-Welle mit scheinbar verlockenden Job-Angeboten hält das Spam-Niveau hoch.

Hohes Spam-Aufkommen im Sommer

© Hersteller/Archiv

Hohes Spam-Aufkommen im Sommer

Während in Bayern, Baden-Württemberg und NRW die Sommerferien gerade erst begonnen haben, neigen sie sich im Rest der Republik schon wieder dem Ende zu. In dieser Zeit sind viele Rechner in Firmen und Privatwohnungen ausgeschaltet, die für den Spam-Versand genutzten Bot-Netze schrumpfen. In den letzten Jahren war deshalb in der Ferienzeit ein deutlich Nachlassen des Spam-Aufkommens zu verzeichnen. Doch in diesem Jahr ist das nicht so.

Wie das Berliner Sicherheitsunternehmen Eleven, eine Commtouch-Tochter, in seinem Security Blog meldet, verzichtet offenbar der eine oder andere Spammer auf seinen Sommerurlaub. Nachdem Eleven bereits im Juni den Tag mit dem höchsten Spam-Aufkommen seit 2011 verzeichnet hatte, sorgt derzeit eine neue Spam-Welle für Rekorde. Am Anfang dieser Woche entfielen an die 90 Prozent des gesamten Mail-Volumens auf Spam. Das ist die bislang heftigste Spam-Welle dieses Quartals.

Mit einem Anteil von 37 Prozent am gesamten Spam des letzten Montags sind dubiose Job-Angebote Hauptverursacher der Mail-Flut und lösen damit den bisherigen Spitzenreiter Casino-Spam ab. Die Mails kommen mit einem Betreff wie "Vakante Stellenangebote", "Stellenangebot", "Aktuelle Stellenangebote" oder "Freie Stelle". Die angebotenen Stellen werden als "Logistikassistenten in Vollzeit" bezeichnet und sollen Tätigkeiten wie Datenerfassung oder Wareneingangs- und -ausgangsprüfung umfassen.

Abgesehen von fehlenden Umlauten ("anstandige Lohne") sind die Mails in nahezu fehlerfreiem Deutsch verfasst. Bewerbungen sollen an eine Adresse der Domain tradefs-t.com gerichtet werden, die inzwischen nicht mehr funktioniert. Tatsächlich kommen nicht nur die Mails, sondern auch die Job-Angebote von Online-Kriminellen. Soweit es sich überhaupt um Tätigkeiten im Bereich Logistik handelt, wird es darum gehen betrügerisch erworbene Waren umzufrankieren und weiterzusenden. Oft werden jedoch auch Helfershelfer für die Geldwäsche gesucht. In beiden Fällen würde man sich strafbar machen.

Die fünf Stunden andauernde Spam-Welle mit den Job-Angeboten kam, wie schon die Rekordwelle im Juni, zu einem großen Teil aus Weißrussland. Im zweiten Quartal dieses Jahres ist das Spam-Aufkommen in Deutschland deutlich angestiegen, während es im weltweiten Durchschnitt gesunken ist.

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