Trampender Roboter

Hitchbot soll Kanada per Anhalter durchqueren

Ab Ende Juli steht der hitchBOT mit ausgefahrenem Daumen an den Straßenrändern Kanadas. Wer sich traut und den drolligen Roboter mit auf seine Reise nimmt, den erwartet ein sprachgewandter Reisegefährte mit Hang zum Small-Talk.

hitchBOD Screenshot Facebook

© https://www.facebook.com/hitchbot

Ab Ende Juli erkundet der hitchBOT die Landstraßen Kanadas, um Land und Leute kennenzulernen.

Kanada-Urlauber aufgepasst: Am 27. Juli 2014 macht sich der trampende Roboter hitchBOT auf eine etwa 4500 Kilometer lange Reise durch Kanada, die an der Ostküste in Halifax beginnen und irgendwann in Victoria auf Vancouver Island enden soll. Wenn Sie also vorhaben, im August die Weiten Kanadas per Auto zu erkunden und dabei etwas wirklich Einzigartiges erleben wollen, dann sollten Sie während der Fahrt die Augen offenhalten. Mit etwas Glück treffen Sie am Straßenrand auf einen ungefähr kindsgroßen Tramper, der aussieht, als hätten ihn seine beiden Schöpfer nur gebaut, um ihre Rumpelkammern um ein paar Gegenstände zu erleichtern.

Unkonventioneller Roboter mit Kommunikationstalent

Einer von ihnen, Dr. David Harris Swift, beschreibt den hitchBOT rein optisch als ein "Gewirr aus Kleinkram wie Schwimmnudeln, einem Eimer, einer Kuchenglocke, Gartenhandschuhen, Gummistiefeln und so weiter". Wer den Roboter mitnehmen möchte, muss ihn eigenhändig in sein Vehikel hiefen - stehen kann er zwar ganz gut, doch sein einziger beweglicher Körperteil ist sein rechter Arm, den er zum Trampen benötigt. Der hitchBOT betrachtet sich selbst als "unkonventionellen Roboter, der Kanada erkunden und unterwegs neue Freunde treffen will". Was ihm dafür an Mobilität fehlt, das macht er durch seine sprachlichen Fähigkeiten wett.

Der mit künstlicher Intelligenz ausgestattete hitchBOT verfügt durch eine Software für Spracherkennung und -synthese über kommunikatives Geschick und ist so in der Lage, mit dem Fahrer über die Strecke und allerhand Gossip zu plaudern. Die nötigen Informationen für den Small-Talk bezieht er über Wikipedia - für ausreichend Gesprächsstoff sollte also gesorgt sein. Der Grundgedanke für das Experiment kam Swift und seiner Kollegin Dr. Frauke Zeller, als sie über die Vertrauensproblematik zwischen Mensch und Maschine philosophierten. Als sie im Laufe ihrer Diskussion beschlossen, den Spieß umzudrehen und der Frage nachzugehen, ob Roboter Menschen vertrauen könnten, war die Idee für den hitchBOT geboren.

Charmanter Reisegfährte mit hohem Mitteilungsbedürfnis

Zwar gehen beide Forscher davon aus, dass sich ihr Roboter als "charmant und vertrauenswürdig genug" erweisen wird, um auf eigene Faust den Trip zu meistern, doch hat der Roboter auch einige Kontrollmechanismen in petto, die ihn vor menschlichen Übergriffen schützen sollten: Die kleine Quasselstrippe verfügt nicht nur über GPS, sondern steht dank Internetverbindung via WLAN und Mobilfunk in ständiger Verbindung mit der Außenwelt. So hat der hitchBOT etwa Schnittstellen zu sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram, über die er seine Erfahrungen regelmäßig mit Hilfe von Fotos und kurzen Berichten dokumentiert und teilt.

Introducing hitchBOT

Quelle: The Morning Show
4:25 min

Mehr zum Thema

Hoster müssen Schadensersatz leisten, wenn beim Crash Backups fehlen.
Hosting-Urteil

Erstellt ein Webhoster keine ausreichenden Backups einer Website, muss er bei einem Ausfall Schadensersatz leisten, urteilt das Landgericht Duisburg.
Mikro-Funkchip neben Münze
Internet der Dinge

Ingenieuren der Universität Stanford ist es gelungen, Mikro-Funkchips zu entwickeln, die ohne Energieversorgung auskommen und das Internet der Dinge…
Handy-Nutzung im Flugzeug erlaubt
Ohne Flugmodus

Emails lesen, surfen und SMS verschicken: Das soll bald während des gesamten Fluges möglich sein. Die EASA erlaubt die Nutzung von Smartphones und…
Google-Foto
Bayern fördert Pornos

Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützte mit einem Innovationsgutschein, der aus Steuergeldern besteht, eine Pornoplattform.
Startup
Reality-Show im Silicon Valley

Unter dem Titel "Bazillion Dollar Club" unternimmt eine Reality-Show des US-Senders Syfy den Versuch, seinen Zuschauern den Arbeitsalltag von 12…