GVU kontert Megaupload-Studie

Spartenfilme profitieren deutlich durch Schließung des Filesharing-Portals

Die GVU antwortet auf die Filesharing-Studie (wir berichteten) zweier Forscher, wonach die Schließung von Megaupload negative Effekte vor allem für kleinere Filme gehabt haben soll. Laut der GVU seien seit der Schließung des Portals deutlich mehr Besucher in Spartenfilmen zu verzeichnen als zuvor.

Die GVU widerspricht der Megaupload-Studie.

© Screenshot, gvu.de

Die GVU widerspricht der Megaupload-Studie.

Die GVU antwortet auf die Studie, die einen Zusammenhang zwischen dem 2011 geschlossenen Megaupload-Hoster - der vorrangig für Raubkopien eingesetzt wurde - und den mutmaßlich rückläufigen Kinoumsätzen der vergangenen fünf Jahre herstellte. Wie wir berichtet haben, sind zwei Forscher der LMU München sowie der Copenhagen Business School zu dem Ergebnis gekommen, dass die Umsätze - vor allem bei kleineren Spartenfilmen mit 200 oder weniger Kopien in deutschen Kinos - rückläufig seien.

Die Wissenschaftler stellen die These auf, dass illegale Downloads einen werbenden Effekt für Filme mit relativ schwacher Öffentlichkeitsarbeit haben könnten.  Dem widerspricht die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. mit einer Pressemitteilung. Die Pressesprecherin der GVU - Christine Ehlers - laut Mitteilung: "Da uns die Studie selbst nicht vorliegt, kennen wir auch das Studiendesign nicht. Wir sind aber sehr gespannt darauf zu lesen, wie die Autoren methodisch einen Kausalzusammenhang zwischen der Schließung von Megaupload und den Kinozahlen begründet haben."

Das Problem sei, dass man bei der Betrachtung der Werbewirkung illegaler Downloads nicht die bloßen Umsätze, sondern die absoluten Besucherzahlen analysieren müsse. Die entsprechenden Werte in Deutschland würden der wissenschaftlichen Arbeit klar widersprechen. Filme, die mit 200 oder weniger Kopien in deutschen Kinos anlaufen, konnten sich demnach im ersten Halbjahr 2012 deutlich besser positionieren als in den Vergleichszeiträumen der beiden Vorjahre.

In absoluten Zahlen heißt das: Im ersten Halbjahr 2012 sind 180 Filme angelaufen, die dem Kriterium entsprechen. Die Besuchszahlen für die jeweiligen Startwochenenden betragen 2,2 Millionen. Insgesamt belaufe sich die Zahl der Kinogänger für jene Filme auf 18 Millionen Menschen. Zum Vergleich die Daten von 2011 laut des Verbands deutscher Filmverleiher: Hier waren es 143 Filme, die 1,5 Millionen Besucher am ersten Wochenende anzogen und insgesamt nur 6,9 Millionen Besucher im Gesamten. Und für 2010: 132 Filme mit 1,5 Millionen Menschen am Startwochenende und insgesamt 8,2 Millionen Besuchern. Es scheint, als hätten die Forscher der Filesharing-Studie einiges zu erklären. Die Mitteilung der GVU lesen Sie hier.

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