Review zum neuen Marvel-Hit

Guardians of the Galaxy - Comic-Blockbuster in der Filmkritik

Können die Guardians of the Galaxy mit den Avengers mithalten? Nach insgesamt neun Filmen mit Iron Man, Captain America, Thor und Co. präsentieren die Marvel Studios eine weitere Comicverfilmung mit großen Schauwerten - und diesmal etwas anderen Superhelden. Lesen Sie hier unsere Filmkritik zum Kinostart in Deutschland.

Guardians of the Galaxy, Szenenfoto

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Guardians of the Galaxy: "Avengers" im Weltall

Unsere Filmkritik zum deutschen Kinostart von "Guardians of the Galaxy" am 28. August: Unmittelbar nach einem schweren Schicksalsschlag wird der Erdenjunge Peter Quill im Jahr 1988 von einem Raumschiff entführt.

Alles was ihm - neben der bloßen Erinnerung - von seiner Heimat bleibt, sind ein Walkman und eine Musikkassette, die er fortan stets bei sich trägt.

Viele Jahre später schlägt sich der erwachsene Peter (Chris Pratt) im Auftrag der Ravager, die ihn einst aufgenommen (und nicht gefressen) hatten, als Weltraumplünderer durch. Unter dem Namen Star-Lord wäre er gern in der ganzen Galaxis berüchtigt, doch noch lässt seine Bekanntheit zu Wünschen übrig.

Das ändert sich schlagartig, als er sich auf die Suche nach dem Orb begibt. Das geheimnisvolle Artefakt steht auch auf der Wunschliste sinistrer Mächte, die sich schon bald an Star-Lords Fersen heften.

Fortan muss sich Peter ein ums andere Mal aus brenzligen Situationen befreien, wobei ihm ein bunter Haufen neu gewonnener Verbündeter zur Seite steht - bevor sie zu den Guardians of the Galaxy werden.

Avengers im Weltraum

Eins vorweg: Wo Marvel draufsteht, ist nach wie vor gewohnte Marvel-Qualität drin. Das bedeutet zwar einerseits, dass das Rezept inzwischen erprobt und damit altbekannt ist.

Filmfakten: Guardians of the Galaxy

  • Originaltitel: Guardians of the Galaxy, USA 2014
  • Genre: Sci-Fi, Action
  • Laufzeit: ca. 121 Min.
  • FSK: ab 12 freigegeben
  • Regie: James Gunn
  • Buch: James Gunn, Nicole Perlman
  • Kamera: Ben Davis
  • Musik: Tyler Bates
  • Darsteller: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Vin Diesel, Bradley Cooper, Lee Pace, Michael Rooker, Karen Gillan, Glenn Close, Jon C. Reilly
  • Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
  • Filmstart: 28. August 2014

Andererseits ist es einmal mehr der Koch, der die Zutaten richtig abzuschmecken und mit wichtigen Akzenten zu verfeinern versteht - und Regisseur James Gunn ("Slither") erweist sich als wahrer Sternekoch, wenn es um Popcornkino geht.

Mehr über das Kino-Universum der Marvel Studios

Die Mischung der besten Elemente aus "Krieg der Sterne", "Das 5. Element" und "The Avengers" ist ein ungeheuerlicher Spaß, der doch nie zum bloßen Ulk verkommt - was angesichts allerhand komischer Charaktere wie einem sprechenden Waschbären eine bemerkenswerte Leistung ist.

Trotz ihrer Klischees und vordergründigen Absurdität spielen sich die Figuren ins Herz, wofür neben kleineren emotionalen Momenten vor allem die gut platzierten Sprüche verantwortlich sind.

Wortwitz und Spielfreude sorgen auch dafür, dass niemand im Kampfkrawall der Actionszenen unterzugehen droht. Wo die Metallkolosse in der von Systemkoch Michael Bay zusammengepanschten "Transformers"-Reihe jederzeit vollkommen egal bleiben, erobern der tierische Han-Solo-Verschnitt Rocket (im Original gesprochen von Bradley Cooper) und sein pflanzlicher Wookie-Ersatz Groot (Vin Diesel) auf Anhieb alle Sympathien. Obwohl diese beiden Guardians komplett aus dem Computer stammen, transportieren sie genügend Emotionen und rühren den einen oder anderen Zuschauer womöglich zu Tränen.

Chris Pratt überzeugt als Haupt- und Identifikationsfigur mit spitzbübischem Charme. Spielend behauptet er sich zwischen den schrillen Computer- und Make-Up-Gestalten und bringt den Wandel vom Aufschneider zum echten Helden glaubhaft rüber. Komplettiert wird sein Team von Zoe Saldana ("Avatar"), der als Widersacherin, die zur Verbündeten wird, ein glaubwürdiger Spagat zwischen taffer Weltraumbraut und nachdenklichem Love-Interest gelingt.

Lediglich die Nebenrollen, allesamt vortrefflich besetzt, erhalten nicht immer genügend Raum. Wo Lee Pace ("Pushing Daisies") es ungeachtet der dicken Make-Up-Schicht noch schafft, dem bösen Ronan beachtliches Charisma zu verleihen, wirken die Kurzauftritte von Glenn Close, John C. Reilly, Benicio Del Toro und Djimon Hounsou etwas verschenkt.

Um all diese Figuren herum wird es zudem hin und wieder etwas zu laut. Mitunter zieht Gunn die Bremse etwas zu knapp vorm Overkill. Das Erfreuliche dabei: Niemals ist die Action unübersichtlich und enervierend, sondern stets gut choreografiert und ansehnlich gefilmt. Auf übermäßigen Einsatz der Wackelkamera wurde verzichtet. So ist visuell gesehen - je nach Qualität der Kinotechnik - allein der 3-D-Effekt mal wieder ein Schwachpunkt. Wie gewohnt kommt dieser besonders in den CGI-lastigen Weltraumgefechten zum Tragen, sticht aber selbst dann in keinem Moment als notwendiges Highlight heraus.

Neben den kongenial eingesetzten Popsongs, die weit mehr sind als bloße Lacher, vermag auch der Score von Tyler Bates ("Watchmen - Die Wächter") in den richtigen Momenten aufzutrumpfen.

Wie schon bei den vorherigen Marvel-Filmen ist es am Ende also das stimmige Gesamtpaket, das auch ohne jegliche Vorkenntnis der Comics in den Bann zieht und begeistert.

Fazit: Popcornkino vom Feinsten

Wem also der Sinn nach bester Blockbusterunterhaltung steht, der kommt an den "Guardians of the Galaxy" in diesem Jahr nicht vorbei. Der launige Mix bekannter Versatzstücke erfreut Comic-, Science-Fiction-, Fantasy- und Action-Fans gleichermaßen. Endlich wieder unverkrampftes Popcornkino, das Spaß macht.

Marvels unbekannte Superstars: Von Iron Man bis Guardians

Als die damals neu gegründeten Marvel Studios im ersten eigenproduzierten Kinofilm 2008 ausgerechnet mit der Figur Iron Man an den Start gingen, staunte so mancher Branchenkenner nicht schlecht.

Zwar war der Superheld Tony Stark zumindest in den USA durchaus kein Unbekannter. Doch über die internationale Markenstrahlkraft weltweit bekannter Superstars wie Spider-Man oder den X-Men verfügte der Charakter bis dato nicht.

Der Mut zum Risiko zahlte sich allerdings aus. Regisseur und Studio bewiesen nicht nur bei der Besetzung ein glückliches Händchen und lieferten einen der erfolgreichsten Filme des Jahres ab. "Iron Man" mit Robert Downey Jr. war zugleich auch der fulminante Start in eine zuvor im Kino nicht gekannte neue Erzählwelt: verschiedene Figuren und Geschichten, die alle im selben Universum existieren, deren Wege sich zunächst nur überschneiden, bis sie schließlich in einem gigantischen Spektakel zusammenlaufen - all das stets hochkarätig besetzt und auf durchweg hohem Produktionsniveau.

Noch bevor sich nach insgesamt 9 Kinofilmen und einer TV-Serienstaffel beim Publikum Ermüdungserscheinungen zeigen konnten, wiederholte Marvel dann den anfänglichen Kunstgriff und besann sich erneut auf Helden aus der zweiten Reihe.

Für den Abschluss der sogenannten Phase Zwei seiner Comicverfilmungen kündigte das Unternehmen "Guardians of the Galaxy" an und sorgte damit erneut für Verwunderung. Guardians wer? Nie gehört.

Doch kann es sich ein zweites Mal auszahlen, auf ein unbekanntes Zugpferd gesetzt zu haben? Der Erfolg von "Guardians of the Galaxy" dürfte nicht unerheblich davon abhängen, ob es der Marketingkampagne gelingt, dem Millionenpublikum von "The Avengers" zu verdeutlichen, dass auch dieses Kapitel in die Welt der Avengers gehört.

Jedoch ist dies genau das Massenpublikum, das noch immer am Ende eines jeden Marvel-Films sofort aufspringt, ohne die inzwischen obligatorische Abspannszene abzuwarten. (In einer solchen war eine der Figuren aus "Guardians of the Galaxy" bereits am Ende von "The Avengers" zu sehen.)

Nur wenn die Zuschauer, die Iron Man und Co. ausschließlich aus dem Kino kennen (und im Gegensatz zu jahrzehntelangen Comic-Lesern mit Crossover-Welten noch wenig vertraut sind), den Zusammenhang erkennen, werden sie der neuen Geschichte aus dem Marvel-Universum auch eine Chance geben.

GUARDIANS OF THE GALAXY - Offizieller Trailer 1 Deutsch | German - Marvel HD

Quelle: Marvel Deutschland
2:26 min

Bildergalerie

Guardians Of The Galaxy
Galerie
Bildergalerie

Szenenfotos in der Bildergalerie zum Marvel-Studios-Film "Guardians of the Galaxy".
Guardians of the Galaxy, Szenenfoto

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Dave Bautista, Zoe Saldana und Chris Pratt in Guardians of the Galaxy
Guardians of the Galaxy, Hauptplakat

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Guardians of the Galaxy, Hauptplakat
Guardians of the Galaxy, Originalschriftzug

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

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