GTA 5 & Call of Duty

Terrormiliz IS soll Spielszenen als Propaganda nutzen

Die Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) hat ein neues Propaganda- und Rekrutierungsvideo veröffentlicht, das angeblich Gameplay-Szenen aus GTA 5 und Call of Duty benutzt.

GTA 5 Screenshot

© Rockstar Games

Terroristen werben in einem Propaganda-Video mit GTA 5 und Call of Duty um Jugendliche.

Terroristen der Organisation Islamischer Staat werben in einem Propaganda-Video mit GTA 5 und Call of Duty um Jugendliche. Die Terrormiliz IS hat sich für die Erstellung eigener Animationen angeblich stark an Grand Theft Auto V und Call of Duty orientiert und das Original-Logo von GTA 5 neben dem IS-Logo platziert. In dem Video werden diverse Szenen gezeigt, in denen vermeintliche Zivilisten auf Militärangehörige und Polizisten schießen.

Zudem sind in der Spielwelt nachgestellte Bombenanschläge auf vorbeifahrende Fahrzeug-Konvois zu sehen. Der Propaganda-Clip wird mit den Worten eingeleitet, dass die Terroristen auf dem realen Schlachtfeld umsetzten, was wir in Videospielen nachstellen würden. Zu hören ist außerdem immer wieder der Ausruf "Allahu Akbar!" (Gott ist groß).

Gegenüber Telegraph soll ein IS-Sprecher erklärt haben, dass das Video die Moral der Mudschaheddin stärken solle. Zudem solle es Kindern und Jugendlichen zeigen, wie man den Westen bekämpft und den Terror in die Herzen derjenigen bringe, die gegen den Islamischen Staat sind.

Laut einem Bericht scheint es eine gängige Masche der Terroristen zu sein, Videospiele als Metaphern oder zu Rekrutierungszwecken vor allem jüngerer Dschihadisten zu nutzen. Auch Referenzen zum Ego-Shooter Call of Duty sollen aufgetaucht sein. Ein IS-Kämpfer äußerte gegenüber der BBC, dass sein Leben im Dschihad nun sogar besser sei als die Spiele von Call of Duty.

Der Islamische Staat ist eine islamistische dschihadistisch-salafistische Terrororganisation, deren Ziel die Errichtung eines islamischen Gottesstaates ist, der über den Irak bis nach Syrien reichen soll. Derzeit kämpft die Terrormiliz gegen rivalisierende Rebellen in Syrien, die dortige Führung und gegen die irakische Armee. Nach Verfassungsschutzinformationen sollen bereits sogar Kinder und Jugendliche nach Syrien und in den Irak gereist sein, um sich den Islamisten anzuschließen.

Der Missbrauch von GTA 5 für Propagandazwecke durch die Terrorgruppe IS dürfte die seit Jahren anhaltende Debatte um Gewaltdarstellungen in der Grand Theft Auto-Reihe wieder anheizen. Menschenrechtsorganisationen üben schon lange Kritik an der gezeigten Gewalt und besonders die aktive Folterszene im Open-World-Spiel sorgte für großes Aufsehen. Allerdings sind brutale Szenen oft von den Machern gewollt, denn die Prise Skandal bringt unter anderem Aufmerksamkeit und gute Verkaufszahlen für GTA 5.

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