Staatliche Überwachung

Anfragen nach Nutzerdaten nehmen laut Google-Transparenzbericht deutlich zu

Der Google Transparency Report 1/2012 für das erste Halbjahr 2012 offenbart interessante Neuigkeiten. Das staatliche Interesse an Nutzerdaten nimmt kontinuierlich zu.

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© Google

Google hat den Google Transparency Report für das erste Halbjahr 2012 veröffentlicht.

Google hat den Transpareny Report (Google-Transparenzbericht) für das erste Halbjahr 2012 veröffentlicht. Aus diesem geht unter anderem hervor, dass Staaten noch nie so häufig Nutzerdaten anfragten wie aktuell. In den USA beispielsweise hatten Behörden fast 8.000 Mal versucht, an persönliche Daten von Google-Nutzern zu kommen. In 90 Prozent der Fälle haben die Suchmaschinenbetreiber IP-Adressen, Log-Dateien und sogar E-Mails herausgeben müssen. In den meisten Fällen waren Strafverfahren dafür verantwortlich. Weltweit gab es 21.000 Anfragen seitens staatlicher Einrichtungen. An der Spitze sitzt die USA mit knapp 8.000, gefolgt von Indien (etwa 2.300), Brasilien, Frankreich und Deutschland. Hierzulande wurden 1.533 Anfragen registriert, von denen 39 Prozent zum Ziel der Antragsteller führten.

Vor drei Jahren - damals veröffentlichte Google erstmals den Google Transparency Report - lag die Zahl der weltweiten Anträge auf Herausgabe von Google-Nutzerdaten noch bei 12.500. Anfragen staatlicher Einrichtungen aus Deutschland entwickelten sich seit Ende 2009 von 458 über 668 bis anschließend 768 in den beiden Halbjahren des Jahres 2010. 2011 wurde die 1.000er-Marke überschritten, bevor es Anfang 2012 bereits rund 1.400 Anfragen waren. Der Trend ist also eindeutig. Der Google Transparency Report verrät übrigens auch, wie oft staatliche Einrichtungen oder andere Urheber ihre Inhalte aus dem Google-Suchindex entfernen lassen wollten. Der Trend ist hier ähnlich den staatlichen Anfragen nach Nutzerdaten.

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Urheberrechtsverletzungen, religiöse Provokation, Verleumdungen und mehr führten im ersten Halbjahr 2012 zu fast 1.800 Anträgen für Löschzugriffe im Google-Index seitens der Betreiber. Im zweiten Halbjahr 2011 lag die Zahl noch bei rund 1.000. Antragsteller sind zumeist Unternehmen oder Polizeibehörden, die im Auftrag richterlicher Anordnungen handelten. Mit Bettina Wulff gibt es in Deutschland sogar einen Sonderfall. Acht Webseiten wurden auf Grund von Verleumdung aus den Suchergebnissen entfernt. Vor wenigen Wochen sorgten Gerüchte um eine vermeintliche Rotlicht-Vergangenheit um die ehemalige Präsidentengattin für Wirbel und Unannehmlichkeiten für die Betroffenen. Bei den Unternehmen, die vorrangig wegen Urheberrechtsverletzungen bei Google aktiv werden. ist Microsoft besonders fleißig. Der Windows-Entwickler forderte die Löschung von über 33.000 Webseiten und über fünf Millionen bestimmter Internetadressen aus dem Index. Dahinter folgen die Musikindustrie, Fernsehanstalten, Sony Music und mehr. Details lesen Sie auf der offiziellen Webseite zum Google Transparency Report.

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