Kapitulation vor Facebook?

Google+ Chef kündigt, über 1.000 Mitarbeiter wechseln Abteilung

Google+ scheint vor Facebook zu kapitulieren. Der Gründer Vic Gundotra gibt seinen Posten auf. Gleichzeitig werden über 1.000 Mitarbeiter umgesiedelt.

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© Google

Der "Google+"-Chef Vic Gundotra hört auf, viele Mitarbeiter werden umgesiedelt.

Gegen Facebook ist im Internet kaum ein Durchkommen. Aktuelle Entwicklungen lassen den Schluss zu, dass der bislang ärgste Konkurrent - Google+ - dies nun realisiert und kapituliert. Der Gründer des Social Networks - Vic Gundotra - gibt bekannt, das Unternehmen nach acht Jahren Mitarbeit zu verlassen. Weiteren Berichten zufolge siedelt Google die über 1.000 Mitarbeiter von Google+ in andere Bereiche um. Ein Teil der Belegschaft, vorrangig Entwickler des sozialen Netzwerks, soll zum Android-Team wechseln.

Vor der Zeit bei Google verbrachte Gundotra 15 Jahre bei Microsoft. Es ist unklar, wohin es den "Google+"-Gründer als nächstes verschlägt. In seinem Abschieds-Beitrag auf Google+ schreibt er, dass es jetzt nicht Zeit ist, sich den nächsten Schritt auszumalen. Er habe unglaubliches Glück gehabt, bei Google mitarbeiten zu dürfen. Gundotra lobt vor allem die Zusammenarbeit mit Google-CEO Larry Page: angefangen bei der "Google I/O"-Entwicklerkonferenz über verschiedene mobile Anwendungen bis hin zu Google+.

Wohin es die anderen Mitarbeiter, die nicht ins Android-Team übergehen, verschlagen wird, bleibt zu diesem Zeitpunkt ungewiss. Spekulationen zufolge werden diese wahrscheinlich auch Funktionen im  mobilen Geschäft übernehmen. Laut techcrunch.com sei "Google+ nicht offiziell begraben". Ungenannte Informanten des Technik-Portals vergleichen die Situation des Netzwerks mit Zombies: Untoten. "[Google+] ist nun das, was eben übrig bleibt, wenn man den Rudelführer und alle Ressourcen wegnimmt."

Google+ startete 2011 als Facebook-Konkurrent und nahm den zweiten Platz hinter dem Mark-Zuckerberg-Imperium als größtes Social Network ein. Ende 2012, beziehungsweise Anfang 2013, wurde Twitter an dieser Stelle abgelöst, ausschlaggebend waren höhere Nutzerzahlen. Diese konnte Google vorrangig steigern, indem es eine "Google+"-Mitgliedschaft für viele Google-Dienste und -Funktionen - etwa Youtube-Kommentare - obligatorisch machte.

Zu diesem Zeitpunkt meldete Google+ über 500 Millionen Nutzer, oder zumindest registrierte Konten. Facebook kommt auf mehr als das Doppelte, mit deutlich höheren Werten bei Nutzungshäufigkeit und -Dauer unter den Registrierten. Es bleibt abzuwarten, wie die Zukunft von Google+ aussieht. Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden.

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