Internet-Spionage

Google & NSA - Geheime Zusammenarbeit enthüllt

Google und andere IT-Konzerne hatten nach den Snowden-Enthüllungen jede außergerichtliche Zusammenarbeit mit der NSA dementiert. Nun gibt es eine Wende.

Der IT-Riese und der US-Geheimdienst haben offenbar eng zusammengearbeitet.

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Der IT-Riese und der US-Geheimdienst haben offenbar eng zusammengearbeitet.

Wie jetzt bekannt gewordene E-Mails zwischen der NSA und Google-Chefs zeigen, haben sich die Spione und der IT-Konzern in Diskussionen über Sicherheitsstrategien eng abgestimmt. Der NSA-Direktor Keith Alexander, der Google-Chef Eric Schmidt und Google-Mitgründer Sergey Brin hatten bereits 2012, vor den Snowden-Enthüllungen, verschiedene Absprachen per E-Mail getroffen. Veröffentlicht wurden die Mails jetzt vom Nachrichtenportal Al Jazeera.

Neben Terminabsprachen zwischen dem Geheimdienstchef und den  Google-Vertretern enthält die Korrespondenz weitere Andeutungen zu einer Zusammenarbeit zwischen der Sicherheitsbehörde und dem IT-Konzern. Aus den Mails geht unter unter anderem eine Einladung zu einem mehrstündigen, geheimen Treffen am 28. Juni 2012  "an einen sicheren Ort nahe des San Jose Flughafens" hervor.  Aus den Mails geht auch hervor, dass es vor und nach dieser Konferenz weitere Treffen von "kleinen Gruppen von Vorständen"  mit der NSA gab.

Diese Zusammenarbeit ist ein Bestandteil einer geheimen Regierungsinitiative namens "Enduring Security Framework" (ESF). Die Regierung setze auf Hilfe aus dem Silicon Vally, heißt es weiter in den Nachrichten. An Themen stand u.A. die "Sicherheit mobiler Endgeräte" auf dem Programm. Auch "Erfolge der Zusammenarbeit und neue Ziele" sollten in weiteren Treffen besprochen werden. Manche US-Experten mutmaßen, dass die im Rahmen der Snowden-Enthüllungen bekannt gewordenen Datenabgriffe von den Leitungen zwischen den Google-Rechenzentren ein Teil dieser "Zusammenarbeit" waren.

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Google hat die Gespräche bestätigt, nachdem die E-Mails öffentlich geworden waren. Google-Sprecher wiesen darauf hin, dass man hart für die Sicherheit der Internet-Nutzer vor Cyber-Attacken arbeite und deshalb auch mit externen Experten spreche. Auch die Gespräche mit der amerikanischen Regierung dienten dem Zweck, "sicherzugehen, im Kampf gegen derlei Attacken auf dem neuesten Stand zu sein".