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Privatsphäre Google: Neue Datenschutzbestimmung trotz Protest aus Brüssel

Google hat zum 1. März trotzt massiver Proteste seine neuen Datenschutzbestimmungen in Kraft gesetzt. Damit werden die Richtlinien für mehr als 60 Google-Dienste vereinheitlicht. Google kann dadurch die Nutzerdaten aus diesen Diensten zusammenzuführen und umfassende Profile erstellen.
Google: Neue Datenschutzbestimmungen © google

Im Vorfeld der Einführung der neuen Datenschutzbestimmungen hat es massive Proteste von Datenschützern aus den USA und Europa gegeben. Eine Prüfung der europäischen Datenschutzkommission hatte ergeben, dass die umfassende Verknüpfung personenbezogener Daten von Google-Kunden aus den unterschiedlichen Diensten vermutlich nicht mit den EU-Datenschutzrichtlinien vereinbar ist.

Kritisiert wird unter anderem, dass die so erstellten Profile aus einer Anzahl an Diensten Zusammenhänge ergeben können - die so aus der Gesamtheit der bisher getrennten Daten nicht ersichtlich waren.

So kritisiert auch die Stiftung Warentest die Beliebigkeit der neuen Bestimmungen an vielen Stellen. So heißt es dort zur Profilbildung: "Unter Umständen verknüpfen wir personenbezogene Daten aus einem Dienst mit Informationen und personenbezogenen Daten aus anderen Google-Diensten." Dabei ist die Rede von "sehr umfassenden Profilen der Nutzer".

Welche Daten Google für welche Zwecke speichert und wie es sie aus- und verwertet, gehe dabei aus den neuen Richtlinien nur ungenügend hervor, kritisiert der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. Er hatte Google noch am Mittwoch aufgefordert, die Einführung auszusetzen, bis zur Klärung der Rechtskonformität mit den Datenschutzbestimmungen der EU.

Auch der amerikanische Kongress hat Google einen Fragenkatalog zur Beantwortung vorgelegt.  Die Generalstaatsanwälte vieler Staaten der USA hatten starke Bedenken geäußert und um ein Treffen gebeten.

Google betont, der Gewinn für das Unternehmen und den Nutzer liege in der Möglichkeit, die Nutzung der Produkte noch unkomplizierter und intuitiver zu gestalten. So sei jetzt zum Beispiel eine wesentlich effektivere personalisierte Suche möglich. Die Bedenken von Kritikern weist das Unternehmen mit dem Hinweis zurück, man gewähre den Nutzern ausreichend Kontrolle und Transparenz. Das Dashboard erlaube sowohl die Kontrolle der gesammelten Daten als auch die Änderung der Datenschutzeinstellungen der Dienste.

 
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