Google Maps

Spam, Betrug und Manipulation in Googles Kartendienst

Jeder kann zu Google Maps eigene Einträge hinzufügen. Dies eröffnet auch die Möglichkeiten für diverse Manipulationen, zur Erzeugung von Spam bis hin zum Betrug. Ein geschädigter Restaurantbesitzer in den USA verklagt deshalb jetzt den Softwarekonzern.

Google Maps bearbeiten

© Screenshot: WEKA, www.google.de/maps

Bei Google Maps kann jeder Einträge hinzufügen. Dies eröffnet jedoch auch die Möglichkeit für diverse Manipulationen.

Manche Manipulationen des Google-Kartendienstes erscheinen eher als harmloser Ulk. So berichtete etwa der Stern vor kurzem über eine "Umbenennung" der Waldschlösschenbrücke in Dresden, die in Google Maps plötzlich als "Ozzy Osbourne Brücke" erschien. Weniger lustig ist es beispielsweise für den Betreiber eines Restaurants, wenn sein Betrieb - von ihm unbemerkt - in Google Maps als geschlossen angezeigt wird und die Gäste deshalb ausbleiben.

Das geschah dem Besitzer eines Restaurants im US-Bundesstaat Virginia. Anfang 2012 hatte jemand den Eintrag der Öffnungszeiten in Googles Kartenwerk geändert, woraufhin die Gäste an den Wochenenden ausblieben. Der Besitzer Rene Bertagna fühlte sich deshalb von Betrügern und von Google um sein Geschäft gebracht und hat das Unternehmen deshalb verklagt.

Es gibt offensichtlich mehrere Schwachstellen bei der Erzeugung der Einträge, die solche Manipulationen ermöglichen. Da viele Einträge  automatisch aufgrund der von Google im Web zusammengetragenen und in der Unternehmensdatenbank Google Places abgelegten Informationen erstellt werden, ist es möglich, dass die Betroffenen nichts davon wissen. Danach kann ein dritter die Daten relativ einfach bearbeiten und somit auch fälschen. Die Google-Verifizierungsmaßnahmen können scheinbar leicht unterlaufen werden.

Lesetipp: Dateien wiederherstellen - So geht's

Die "feindliche Übernahme" von Firmeneinträgen ist nicht die einzige Betrugs-Masche. Der Sicherheitsexperte Bryan Seely hat solche  Manipulationen schon mehrmals vorgeführt. Er hatte Falscheinträge für den Secret Service und das FBI angelegt und die Anrufe an die dort hinterlegte falsche, aber korrekt weitergeleitete Telefonnummer mitgeschnitten. In gleicher Weise können Daten für Unternehmen abgefangen, umgeleitet und zu betrügerischen Zwecken missbraucht werden. Seely kritisiert Google und meint, dass das Problem sei mit ein paar "einfachen Maßnahmen" zu lösen, Google aber "zu faul" sei, dies zu tun. In einer weiteren spektakulären Aktion verlegte Seely "Snowdens supergeheimes Versteck" auf das Gelände des Weißen Hauses.

Nach seinen Angaben wollte er mit den Aktionen auf die massiven Spam-Probleme aufmerksam machen, nachdem Google vorher nicht auf seine Hinweise reagiert hatte. Google teilte dazu mit, man habe "in Google Maps ausgeklügelte Spam-Erkennungs- und Schutzsysteme eingebaut" und suche "immer nach Wegen, diese weiter zu verbessern". Es ist leicht nachzuvollziehen, dass ein besserer Spam-Schutz einen wesentlich höheren Aufwand bis hin zu manuellen Kontrollen bedeuten würde. Diesen Aufwand scheut das Unternehmen. Wie Seely weiter ausführt, hat auch Microsoft mit Bing das gleiche Problem. 

Mehr zum Thema

Google plant Berichten zufolge eine Bezahl-Funktion für GoogleMail.
Pony Express

Die Telefonrechnung einfach per E-Mail-App begleichen? Google arbeitet an einer neuen Bezahlfunktion für GoogleMail.
Logo von Google Mail
E-Mail-Probleme

Nutzer von Google Mail berichten über Schwierigkeiten beim Versenden von E-Mails an GMX-Adressen. Mittlerweile soll das Problem behoben sein.
Angriff via Chrome-Addon
Webpage Screenshot löschen

Wer die Chrome-Erweiterung Webpage Screenshot nutzt, sollte das Addon sofort löschen. Das Tool zum Abfotografieren von Webseiten spioniert Nutzer…
Barbapapa als Google Doodle
Barbapapa

Seit 45 Jahren erfreut Barbapapa Kinder und Erwachsene. Google feiert den Geburtstag der Kinderbuch- und Zeichentrick-Serie mit einem Google Doodle.
Gema vs Youtube - Sperrtafel
Streit um Gebühren - Sperre von Musikvideos

Etappensieg für Google: Im Rechtsstreit um Gema-Gebühren für Youtube-Videos hat das Landgericht München eine Klage der Verwertungsgesellschaft…