Google Glass

WLAN-Skript "glasshole.sh" verhindert Netz-Zugang für Datenbrille

Der Berliner Entwickler Julian Oliver hat ein Skript geschrieben, das die Privatsphäre schützen soll. Um unbeobachtete Aufzeichnungen zu verhindern, erkennt das Tool "glasshole.sh" die Datenbrille Google Glass und verweigert ihr den Zugriff auf das WLAN.

© Google/Julian Oliver; Kollage: WEKA

"glasshole.sh" erkennt Google Glass und schmeisste es aus dem WLAN.

Mit dem "glasshole.sh" genannten Skript will der gebürtige Neuseeländer Julian Oliver verhindern, dass Google-Glass-User heimlich Bilder, Videos und Tonaufnahmen in das Internet hochladen. Olivers Skript "glasshole.sh" kann unter anderem auf einen Raspberry Pi aufgespielt werden und darüber das WLAN-Netzwerk überwachen.

Das Skript funktioniert, indem die Datenbrillen über ihre MAC-Adressen identifiziert werden. Diese beginnen bei Google-Glass-Geräten mit der Kennung F8:8F:CA:24. Über das Tool "aireplay-ng" werden anschließend kleine Daten-Pakete in das Netzwerk gesendet, die alle Clients entsprechenden MAC-Adressen vom WLAN trennen.

Des Weiteren meldet sich das Skript von Julian Oliver mit einem Piep-Ton, wenn ein Google-Glass-Device identifiziert wurde. Die Datenbrille bleibt zwar auch nach der Trennung funktionstüchtig, kann jedoch gemachte Bild- und Video-Aufnahmen nicht mehr direkt im Netz verteilen.

Lesetipp: Erster Google Glass Porno erschienen

Im Vorfeld gab es bereits viel Kritik an Googles neuer Datenbrille. Deshalb veröffentlichte das Unternehmen bereits eine Art Knigge für Glass-Nutzer. Darin wird beschrieben, Nutzer der Brille sollen immer nett und verständnisvoll auftreten und Interessierten die Funktionen von Google Glass erklären. Dennoch hat sich in den USA bereits der Begriff Glasshole etabliert - eine Mischung aus Google Glass und asshole.

Auch sonst haben es Glass-User nicht immer einfach. Bars und Restaurants verbieten häufig das Tragen der Brille, da sich andere Gäste dadurch gestört fühlen könnten. Auch in Kinos ist Google Glass meist nicht erwünscht. Kinobetreiber  befürchten, dass die Leinwand abgefilmt wird. Bis Google Glass bei dem Großteil der, bisher meist US-amerikanischen, Bevölkerung weitestgehend akzeptiert wird, dauert es wahrscheinlich noch einige Zeit.

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