Mehr Transparenz

Einigung mit Google im EU-Wettbewerbsverfahren in Sicht

Im EU-Wettbewerbsverfahren geht es um Googles Suchergebnisse. Der Konzern steht in dem Verdacht, diese zu seinen Gunsten zu manipulieren und andere Dienste zu benachteiligen. Nun verspricht Google mehr Transparenz.

Google verspricht mehr Transparenz: Das Wettbewerbsverfahren könnte demnächst eingestellt werden.

© Google

Google verspricht mehr Transparenz: Das Wettbewerbsverfahren könnte demnächst eingestellt werden.

Bisher hat Google in seinen Suchergebnissen nicht deutlich gemacht, wenn es auf eigene Spezial-Suchdienste verweist. Konkurrenzfirmen und die europäischen Wettbewerbshüter sehen darin eine Manipulation von Suchergebnissen. Die Neutralität der Suche sei damit nicht gewahrt. Auch im Bereich Werbung bestehen Vorwürfe gegen Google. So würden Betreiber von Websites gezwungen, ihre Suchmaschinenwerbung fast ausschließlich über Google zu schalten.

Google hat nunmehr angeboten, seine eigenen Dienste deutlicher zu kennzeichnen, mehr Links zu Seiten der Wettbewerber aufzunehmen und Webseiten-Betreibern mehr Möglichkeiten zu geben, ihre Inhalte von Google auszuschließen. Diese Zusage soll fünf Jahre lang verbindlich sein.

Google hat als Suchmaschine in Europa einen Marktanteil von etwa 90 Prozent. Damit liegt die Gefahr nahe, dass der Konzern diese Marktposition zu seinen Gunsten ausnutzt und gegen das Europäische Wettbewerbsrecht verstößt. Es geht dabei beispielsweise um die Einblendung von Google Flights bei der Suche nach Flugreisen, oder um Google Places für die Suche nach Unternehmen oder Google Shopping bei der Suche nach Produkten, aber auch um Einblendungen bei Google Maps und der Hotelsuche.

Das Angebot wird jetzt von Wettbewerbern und Verbänden geprüft. Wenn diese akzeptieren, kann es noch vor der Sommerpause rechtsverbindlich verabschiedet werden. Wenn nicht, muss Google nachlegen oder es könnte zu einer Entscheidung gegen Google kommen. Das kann teuer werden: Die EU-Kommission droht im Kartellverfahren mit einer Geldbuße von bis zu zehn Prozent des Umsatzes. Zuvor wurde angekündigt, dass die EU härter mit Google umgehen wolle als die USA. Die US-Handelsbehörde FTC hat von einer Google-Kartellklage abgesehen.

Mehr zum Thema

Statt Cookies: Google will
User-Identifizierung im Netz

Google will auf Cookies verzichten und mit einem anonymen Identifizierungsprogramm Nutzer im Internet identifizieren.
Kampf gegen kinderpornografie: Microsoft und der Suchmaschinengigant setzen sich gegen Pädophile ein.
Kampf gegen Kinderpornografie

Die Luft für Pädophile im Netz wird dünner. Google und Microsoft arbeiten zusammen und bereinigten über 100.000 Suchanfragen zum Thema…
Google Zeitgeist 2013: Was hat die Deutschen 2013 bewegt? Lesen Sie im Zeitgeist nach.
Zeitgeist 2013 mit Wahlomat & Co.

Google zeigt Suchwörter-Rankings zum Zeitgeist 2013. Nach Ländern und Sachgebieten geordnet, kann man dort interaktiv den beliebtesten Suchanfragen…
Adblock Plus: Google soll 25 Millionen US-Dollar gezahlt haben.
25 Mio. US-Dollar für Adblock Plus

Laut eines neuen Berichts zu Adblock Plus soll Google 25 Millionen US-Dollar bezahlt haben, damit der Werbeblocker Google-Anzeigen ignoriert.
Porno-Suchmaschine Boodigo
Boodigo

Die neue Suchmaschine Boodigo will das Auffinden von erotischen Inhalten erleichtern. Gestartet wurde sie von einem Porno-Produzenten und…