Studie von GfK-Enigma

Wie sieht das Fernsehen von Morgen aus?

Im Auftrag des Satellitennetzbetreibers Eutelsat hat das Medienforschungsinstitut GfK-Enigma 40 Top-Entscheider aus acht verschiedenen Sektoren der Fernsehbranche nach ihrer Einschätzung zu Entwicklungen der nächsten fünf Jahre befragt.

Die Zukunft der Unterhaltungselektronik in Europa

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Die Zukunft der Unterhaltungselektronik in Europa

Einer der zukünftigen Schwerpunkte wird in der Nutzung zusätzlicher Bildschirme liegen. Als "Second Screen" werden nach Ansicht der Analysten vor allem Tablets oder Smartphones, aber auch PCs genutzt. Sie werden nicht nur als zusätzliches Instrument zur programmbegleitenden Kommunikation verwendet, sondern ersetzen zum Gutteil auch den klassischen Zweitfernseher.

Ein weiterer Trend, der sich laut Studie bereits jetzt erkennen lässt, liegt in einem steigenden TV-Programmangebot. Die neuen Submarken der etablierten Senderketten, wie Pro7maxx, Sat.1Gold, RTLNitro und sixx, aber auch neue Anbieter wie joiz geben einen Vorgeschmack auf das Wachstum so genannter Spartenkanäle.

Jedes Programm will engere Zielgruppen ansprechen und trägt damit dem Wunsch der Zuschauer Rechnung, genau sein Programm finden zu können. Die Studienteilnehmer prophezeien, dass die Fragmentierung der TV-Inhalte anhält. Allerdings werden sich die TV-Zuschauer auf ein reges Kommen und Gehen der Sender einstellen müssen.

Praxis: Drahtlose Übertragung mit NFC, Miracast & Co.

Das Fernsehprogramm sieht sich zusätzlich einer geteilten Aufmerksamkeit des Publikums gegenüber, das immer öfter parallel Online-Inhalte auf einem internetfähigen Gerät abruft. Gelingt es den TV-Sendern künftig nicht mehr, den Zuschauer lange genug an das Programm zu binden, müssen die Sendungen kürzer werden.

Programme, die heute bis 60 Minuten Spielzeit haben, könnten in fünf Jahren vielleicht auf deutlich unter 40 Minuten eingedampft sein. Der Kampf um Zuschauer und Werbekunden wird nach Ansicht der Branchen-Entscheider dazu führen, dass Werbeerlöse sinken und die großen TV-Marken beim Programm sparen müssen.

Nicht festlegen wollten sich die TV-Experten hingegen in der Frage, ob diese Sparmaßnahmen zwangsläufig zu einer sinkenden Qualität des werbefinanzierten TV-Programms führen werden und der TV-Nutzer diesen Mangel auch erkennt. Eingedenk der Tatsache, dass Qualität und Quote nicht Hand in Hand gehen, ist der Qualitätsbegriff im Fernsehen schwer zu definieren

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