GEMA will an Youtube-Embeddings

Nutzer sollen für eingebettete Videos auf Facebook, Blogs & Co. zahlen

Die Gema hat Interesse daran, Gebühren für Youtube-Embeddings einzufordern - von den Nutzern! Die EU hat das letzte Wort, dazu kommen technische Probleme.

Nutzer sollen für Embeddings zahlen: Die GEMA will Lizenzgebühren erheben, wenn Nutzer Inhalte einbetten.

© Youtube Screenshot

Nutzer sollen für Embeddings zahlen: Die GEMA will Lizenzgebühren erheben, wenn Nutzer Inhalte einbetten.

GEMA-Sprecherin Ursula Goebel sagte, dass auf Youtube-Embeddings urheberrechtlich geschützter Inhalte etwa in sozialen Netzwerken oder auf Blogs Gebühren erhoben werden sollten. "Einfache Hyperlinks sind keine relevante Nutzungshandlung. Ohne diese würde das Internet nicht funktionieren. Embedded Content, bei dem für den Nutzer nicht klar ist, dass die Datei von einer anderen Seite stammt, sollte hingegen lizenziert werden.", verlautete Goebel auf Nachfrage von golem.de.

Demnach wäre es beispielsweise in Ordnung, einen Youtube-Link auf Facebook zu teilen, solange sich Nutzer das entsprechende Video auf Youtube anschauen. Wenn jedoch eine Einbettung stattfindet - bei Facebook passiert dies meist automatisch - und die Nutzer bleiben auf der Webseite des sozialen Netzwerks, soll der Verantwortliche für die Einbettung zur Kasse gebeten werden. Unklar ist in diesem Beispiel unter anderem, ob der Nutzer oder Facebook für das Einbetten verantwortlich gemacht werden sollte.

Lesetipp: Youtube GEMA Sperre umgehen

Problematisch wird die Situation darüber hinaus dadurch, dass Youtube bereits Gebühren für urheberrechtlich geschützte Inhalte an die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte bezahlt. Wird ein solches Video auf einer privaten Webseite platziert, wären bei einer weiteren Lizenzierung doppelte Gebühren fällig: für Youtube und den Seitenbetreiber. Eine Antwort darauf, wie sich dies in Zukunft umgehen lassen soll, blieb Goebel schuldig. Gegenwärtig sei der Vorstoß nur eine Forderung. Diese würde nicht schon morgen umgesetzt werden. Zuletzt hat auch der Europäische Gerichtshof mitzuentscheiden.

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Den Stein ins Rollen brachte eine entsprechende Forderung der AKM (Gesellschaft für Autoren, Komponisten und Musikverleger) - das GEMA-Pendant in Österreich.  Gegenwärtig führt die EU-Kommission eine öffentliche Beratung mit Nutzern, Urhebern, Verlagen, Rundfunkunternehmen und mehr. Die Frist läuft bis zum 5. März. Eine anschließende Entscheidung des EUGHs wird mit Spannung erwartet. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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