FREAK-Sicherheitslücke

Microsoft-Tipps zerschießen Windows Update

Ein Workaround mit Tipps von Microsoft, der eigentlich vor der FREAK-Sicherheitslücke schützen soll, macht Probleme mit Windows Update.

Symbolbild: Sicherheitslücke

© Sergey Nivens - Fotolia.com

Microsoft rät ob FREAK zu einem Workaround, der macht allerdings Probleme.

Seit der vergangenen Woche sorgt FREAK für Aufsehen: eine Sicherheitslücke bei verschlüsselten Verbindungen, die ihre Wurzeln in den 90er Jahren hat - als die USA Exportprodukte des IT-Markts noch mit Schwachstellen in der Verschlüsselung versah. Zuerst waren scheinbar nur mobile Browser betroffen, anschließend auch Computer auf Windows- und sogar Linux-Basis - vorne mit dabei: der Internet Explorer.

Lesetipp: Norton-Update sperrt Internet Explorer

Um diese Lücke zu schließen, veröffentlichte Microsoft einen Workaround für fast alle aktuell unterstützten Windows-Releases. Einige Nutzer, die die Tipps von Microsoft befolgten, beschwerten sich anschließend über Probleme: ausgerechnet mit Windows Update. Der Dienst starte bei vielen Nutzern nicht oder verweigere auf der Programmoberfläche seine Arbeit. Andere Nutzer klagen über nicht mehr angezeigte Windows-Updates, obwohl diese eigentlich noch zur Installation bereitstehen müssten.

Lesetipp: Windows Update - Probleme vermeiden

Unabhängig von Windows Update streikten bei Nutzern auch verschlüsselte Verbindungen, beispielsweise zu Online-Banking- und E-Mail-Portalen. Hier half es einigen Nutzern, auf einen anderen Browser auszuweichen. Das gilt aber nicht systemübergreifend als Maßnahme gegen die FREAK-Sicherheitslücke, da Windows bei der Kommunikation nach außen weiterhin den oder Elemente des Internet Explorers verwenden kann.

Zusammengefasst: Microsoft lässt Nutzer eine Schwachstelle schließen, bevor die Entwickler - üblicherweise zum zweiten Dienstag eines jeden Monats - zum Patch Day ausholen können, der die wichtigsten Aktualisierungen und Patches für Windows und andere Microsoft-Programme bereitstellt. Doch dies wird problematisch, wenn Windows Update nicht mehr einwandfrei läuft.

FREAK: Pest oder Cholera?

Berichten zufolge soll Windows Update wieder vollständig funktionieren, sobald der Workaround von Microsoft rückgängig gemacht wurde. Der Nutzer hat nun also die Wahl zwischen Pest und Cholera: entweder das Risiko durch Attacken über die FREAK-Sicherheitslücke oder ein Windows-System, das (vorerst) nicht gepflegt wird.

Immerhin ist bereits der zweite Dienstag im März, der Patch Day sollte in wenigen Stunden starten. Solange können Sie das Risiko eingehen und auf den Workaround verzichten.

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