Facebook übernimmt Whatsapp

So denken Presse und Nutzer über den Mega-Deal

Für 19 Milliarden US-Dollar angelte sich Facebook den Messaging-Dienst Whatsapp. Wie wird diese Übernahme von Presse und Nutzern bewertet?

Wir haben für Sie Expertenmeinungen zum Whatsapp-Deal zusammengefasst.

© Sondem - Fotolia.com, WhatsApp

Wir haben für Sie Expertenmeinungen zum Whatsapp-Deal zusammengefasst.

Facebook kauft Whatsapp: Es ist die größte Übernahme des sozialen Netzwerkes Facebook. Mit einem Gesamtvolumen von rund 19 Milliarden Dollar lässt man sich den Messaging-Dienst auch einiges kosten. Mittlerweile melden sich viele Experten und die Presse zu Wort, um ihre Meinung zum Deal kund zu tun.

Lesetipp: Facebook kauft Whatsapp

So erläutert Patrick Bernau, Redakteur der FAZ, dass die gigantische Summe durchaus gerechtfertigt sei. Schließlich liefern "Facebook, Google und ihre Kollegen den Menschen einen enormen Nutzen". Dementsprechend sei es kein Wunder, dass viel Geld auf den Konten der Unternehmen landet und man sich schnell auf 19 Milliarden für einen solch erfolgreichen Dienst hochbieten könne.

Die Investition ist riskant, Konkurrenz lauert schließlich überall - aber vollkommen irrational ist der Kauf sicher nicht.

Patrick Bernau, FAZ

Tobias Köhler von der Stuttgarter Zeitung bewertet Facebooks Übernahme als "konsequent". Whatsapp sei in den vergangenen Jahren "zu einem immer größeren Konkurrenten" für das soziale Netzwerk geworden. Auch die Ankündigung von Whatsapp-Gründer Jan Koum, dass Werbung auf Whatsapp auch nach dem Deal nicht denkbar sei, bewertet er skeptisch.

So zeigte Facebook mit der Übernahme der Foto-App Instagram, dass man sich "Gegner nicht nur einverleibt, um sie auszuschalten oder sie mit Werbung zu überfluten" - doch dafür brauchte es laut Köhler erst den Proteststurm, nachdem man die Nutzungsbedingungen zu Lasten der User auslegen wollte.

19 Milliarden Dollar hat Facebook für WhatsApp bezahlt. Das ist ein gigantischer Preis. Aber es spricht vieles dafür, dass er nicht zu hoch ist. Facebook hat seine Position damit erst einmal gesichert.

Tobias Köhler, Stuttgarter Zeitung

Dieser Aussage steht Daniel Fürg von Social Secrets skeptisch gegenüber. Für ihn waren die beiden Dienste nie wirklich Konkurrenten, denn die Konzepte gingen in "zwei ganz unterschiedliche Richtungen". Die einzige Gemeinsamkeit bestehe in dem Ziel, die Welt miteinander zu vernetzen. Auch die Entscheidung Koums, Whatsapp zu verkaufen, verteidigt Fürg. Neben dem "unglaublichen finanziellen Faktor" könne das Team, dass derzeit nicht mehr als 50 Mitarbeiter fasst, von der "deutlich ausgefeilteren Infrastruktur des Social Networks" profitieren.

Nils Jacobsen von Meedia.de schreibt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Eigenschaften des Machiavellismus zu: "Der Facebook-Chef räumt mit seinen Waffen einen aufkommenden Rivalen aus dem Weg und bindet ihn gleichzeitig strategisch im eigenen Unternehmen ein." Der hohe Preis würde neben der tatsächlichen Übernahme auch Zeit und Ruhe bei "der Expansion im mobilen Internet" erkaufen. Auch die Userschaft meldet sich in sozialen Netzwerken und Foren zu Wort. Die meisten stehen der Übernahme sehr kritisch, vor allem in Datenschutz-Aspekten, gegenüber und flüchten sich teils in Zynismus. So schreibt eine Twitter-Nutzerin: "Jetzt braucht #Facebook wenigstens nicht mehr nach unserer Telefonnummer zu fragen." Daneben geben viele Twitterer an, zum Messaging-Konkurrenten Threema wechseln zu wollen. Welche kostenlose WhatsApp-Alternative tatsächlich die Beste ist, können in unserem Ratgeber auf PC-Magazin nachlesen.

Mark Zuckerbergs Statement zur Whatsapp-Übernahme.

© Screenshot: WEKA /https://www.facebook.com/zuck/posts/10101272463589561?stream_ref=10

Mark Zuckerbergs Statement zur Whatsapp-Übernahme.

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