Datenschutzverfahren entgangen

Facebook deaktiviert Gesichtserkennung und löscht alle Biometrie-Daten

Facebook ist einem Verwaltungsverfahren wegen Datenschutzbelangen entgangen. Der Social-Network-Konzern habe die umstrittene Gesichtserkennung europaweit deaktiviert und nachweislich alle erhobenen Biometrie-Daten gelöscht.

Facebook deaktiviert die Gesichtserkennung und löscht alle Biometrie-Daten. Hamburgs Datenschützer heben ihre Anordnung auf.

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Facebook deaktiviert die Gesichtserkennung und löscht alle Biometrie-Daten. Hamburgs Datenschützer heben ihre Anordnung auf.

Facebook ist in den Augen der Datenschützer wohl auf dem Weg der Besserung. Das Social Network ist einem Verwaltungsverfahren wegen der umstrittenen Gesichtserkennung entgangen. Die Funktion ist ab sofort europaweit deaktiviert und alle Daten seien nachweislich gelöscht worden. Dies erklärte der Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar aus Hamburg, dessen Dienststelle (Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit - "HmbBfDI") nun entsprechende Anordnungen aufgehoben hat.

Die automatische Gesichtserkennung auf Facebook war seit 2010 aktiv und erlaubte es Nutzern, sich Freunde für Markierungen auf eigenen Fotos automatisch vorschlagen zu lassen. Dafür wurden Biometrie-Daten erhoben und verwendet, um automatisch Profilbilder von Nutzern mit neuen Fotos von vernetzten Freunden abzugleichen. Es sei jedoch bedenklich gewesen, ohne ausdrückliche Nutzererlaubnis biometrische Profile anzulegen. Die Funktion wurde bei der Einführung automatisch aktiviert. Eine Benachrichtigung der User fand in den Augen der Datenschützer nicht ausreichend statt.

Laut Caspar gab es ein enormes Potenzial, dass entsprechende Daten hätten missbraucht werden können. Die nun aufgehobene Anordnung gegen Facebook stammt aus dem September 2012 und sollte Facebook dazu bewegen, europäische Datenschutzstandards zu erfüllen. Bevor es zu dieser Anordnung kam, waren langwierige und erfolglose Verhandlungen mit den Betreibern des Social Networks zu beklagen. Die Anordnung galt im vergangenen Jahr übrigens nur für Hamburg, aufgrund der örtlichen Zuständigkeit der Behörde.

Die aktuelle Entwicklung ist einer von wenigen Fällen, in denen Facebook in Sachen Datenschutz von alleine einlenkt und sogar Daten löscht. Zuvor sorgte der Umstand, dass Nutzer ihr Facebook-Profil nicht löschen, sondern lediglich deaktivieren konnten, für Unruhe. Mittlerweile stehen nach Protesten doch entsprechende Funktionen in den Facebook-Profileinstellungen bereit. Mehr über Facebook erfahren Sie auf unserer Themenseite. Besuchen Sie gerne auch das PC Magazin auf Facebook und hinterlassen Sie uns ein "Gefällt mir".

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