Konkurrenz für Xing, Linkedin und Co.

"Facebook at work" soll berufliche Kontakte vernetzen

Facebook entwickelt ein eigenes Karriernetzwerk, um künftig stärker in der Arbeitswelt vertreten zu sein. Laut der "Financial Times" soll die Online-Plattform den Namen "Facebook at Work" tragen.

Facebook-Zentrale Dublin

© Facebook

Facebook arbeitet an einem speziell auf die Bedürfnisse der Arbeitswelt zugeschnittenen Online-Netzwerk.

Facebook arbeitet einem Zeitungsbericht der "Financial Times" zufolge derzeit an einer  Business-Erweiterung seines populären Online-Netzwerks. Äußerlich soll "Facebook at Work" der jetzigen Aufmachung stark ähneln, abgesehen davon jedoch einige neue Funktionen bereitstellen, die dem Karriere-Facebook ein eigenständiges Profil verleihen und es von seiner Freizeit-Version abgrenzen sollen.

Durch "Facebook at Work" sollen Nutzer die Möglichkeit erhalten, private und berufliche Kontakte getrennt voneinander zu verwalten. Darüber hinaus soll das separate Business-Profil seine Nutzer dabei unterstützen, sich ein digitales Karriere-Netzwerk aufzubauen und die Kommunikation mit den Kollegen zu verbessern. Auch Arbeitsaufträge sollen künftig online via Facebook gemeinsam bearbeitet und abgewickelt werden können. So soll etwa eine Funktion in Planung sein, die es Arbeitskollegen ermöglicht, sich in geschlossenen Gruppen über spezielle Projekte auszutauschen und gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten.

Ungewohntes Terrain für Facebook

Unklar ist, ob es Facebook schafft, das Vertrauen der Unternehmen zu gewinnen. Hier gibt es teilweise schwere Bedenken im Hinblick auf die Facebook-Standards in den Bereichen Datenschutz und Privatsphäre. Die Nutzung von Social-Media-Portalen ist in vielen Unternehmen untersagt, weshalb manche Arbeitgeber den Facebook-Zugriff ihrer Mitarbeiter firmenintern sperren lassen.

Mit dem "Facebook at work" reagiert das kalifornische Social-Media-Unternehmen einerseits auf das Bedürfnis vieler Nutzer, berufliche und private Kontakte trennen zu wollen. So ergab etwa eine Umfrage, dass ein Großteil der Mitarbeiter mit ihrem Chef auf Facebook nicht befreundet sein wollen. Andererseits untermauert Facebook durch den Schritt seinen Anspruch, künftig vermehrt in der Business-Welt Fuß zu fassen und sich breiter aufzustellen. Hier tritt man in Konkurrenz zu etablierten Anbietern wie Xing und Linkedin sowie firmeninternen Social Networks wie Slack oder Yammer.

"Facebook at Work" soll anfangs kostenlos sein

Facebooks neue Online-Plattform wird derzeit in London entwickelt und wird bereits jetzt von vielen Facebook-Mitarbeitern im Büroalltag genutzt. Laut der Financial Times soll die Business-Variante zumindest anfangs für alle Nutzer kostenlos sein. Ob das noch werbefrei betriebene Karriere-Netzwerk dies auch in Zukunft bleiben wird, bleibt zu bezweifeln, da sich Facebook bisher fast ausschließlich über Werbung finanziert.

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