Anonymität bei Facebook

Politiker fordert Abschaffung des Klarnamenzwangs im Social Network

Klarnamen bei Facebook sind Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, ein Dorn im Auge. Er fordert ein Recht auf Anonymität und eine Abschaffung des Realnamenzwangs im Social Network.

Ein Datenschützer fordert mehr Anonymität bei Facebook.

© Facebook

Ein Datenschützer fordert mehr Anonymität bei Facebook.

Der Facebook-Kritiker Thilo Weichert fordert, dass sich Nutzer neben wahrheitsgetreuen, persönlichen Daten auch mit einem Pseudonym im Social Network anmelden dürfen. Der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein fordert mehr Anonymität im größten sozialen Netzwerk der Welt. Doch die Betreiber haben bisher noch keine Anstalten gemacht, näher auf die Forderungen des norddeutschen Politikers einzugehen.

Laut aktuellen Medienberichten droht ein heftiger Streit. Laut des Datenschützers verstoße Facebook mit seiner Klarnamenpolitik gegen das deutsche Telemediengesetz. Laut diesem genießen Nutzer in Deutschland das Recht auf Schutz personenbezogener Daten. Facebook ist hingegen der Ansicht, dass es in der Hand des jeweiligen Anbieters liege, Geschäftsbedingungen bezüglich Anonymität zu formulieren. Die Regelungen bei Facebook entsprächen vollends europäischen Datenschutzbestimmungen.

"Facebook hat schon immer eine Klarnamenpolitik verfolgt, weil wir glauben, dass die Verwendung der wahren Identität eine bestimmte Sicherheit mit sich bringt, und dass unsere Nutzer von dieser Sicherheit profitieren.", ließ ein Facebook-Sprecher verlauten. Die jetzigen Vorstöße der Politik seien eine Verschwendung von Steuergeldern, bewertet Facebook das Vorgehen von Weichert. Dieser gab den US-Betreibern und den Europa-Verantwortlichen nun zwei Wochen Zeit, die Forderungen zu erfüllen.

Ansonsten würden jeweils 20.000 Euro Strafe drohen. Darüber hinaus sollen Konten, die auf Grund des Einsatzes anonymer Daten gesperrt wurden, wieder zugänglich gemacht werden. Facebook versucht seit jeher, Konten mit Fantasienamen zu sperren. Die Betreiber begründen dies mit der Annahme, dass klar identifizierbare Nutzer online weniger Schabernack treiben und sich besser verhalten würden. Tipp: Besuchen Sie PC Magazin auf Facebook .

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