30 Prozent Leistungsverlust - Update

Ethereum-Grafikkarten: Radeon-RX-GPUs bekommen Treiber-Fix für Blockchain-Berechnungen

Ethereum-Mining mit Radeon RX 480/580 und 470/570 drohte unattraktiver zu werden. Nun hat AMD einen rettenden Treiber für Blockchain-Computing veröffentlicht.

Radeon RX480 kaufen: Release & Preis

© Screenshot: amd.com

Die Radeon RX 480 erschien Mitte 2016 und erlebt durch Ethereum-Mining ihren zweiten Frühling. Ist das bald vorbei?

Ethereum-Mining mit den AMD-Grafikkarten der Radeon-RX-Serie schien mit einem drohenden Leistungsverlust von rund 30 Prozent Geschichte zu werden. Neben der ehemals sehr schlechten Verfügbarkeit führte dies auch dazu, dass Nvidias Geforce-Grafikkarten der Reihen 1060 und 1070 immer mehr in den Fokus der Miner rückten.

Nun hat AMD einen neuen Treiber veröffentlicht, der für betroffene Nutzer Abhilfe verspricht. Der Treiber soll Verbesserungen für alle aktuellen Radeon-Chips bringen und speziell Blockchain-Berechnungen optimieren. Verschiedene Tests bestätigen, dass Benchmarks mit späteren Rechenzyklen des Ethereum-Algorithmus' (Ethash) keinerlei Einbrüche mehr verursachen.

Der Treiber ist übrigens auch für die AMD-Vega-Generation gedacht, bei der sich aktuell das gleiche abspielt, wie bei den vorherigen RX-Karten im Juni/Juli. Höhere Preise und schlechte Verfügbarkeit für die Radeon RX Vega 64 bereiten Gamern Kopfzerbrechen. Miner sollten sich jedoch nicht allzu früh auf die neue AMD-Karte stürzen. Wie Sie der verlinkten Meldung entnehmen können, dürften potenziell Interessierte von der Mining-Leistung der RX Vega 64 (noch) enttäuscht sein. Allerdings lässt sich mit dem Blockchain-Treiber weiteres Potenzial aus der Vega-Karte ziehen - der Sprung weg von der Nvidia-Konkurrenz in Sachen Effizienz fällt aber bislang gering aus.

Originalmeldung vom 20. Juni

Lukratives Ethereum-Mining könnte für Besitzer von aktuellen AMD-Grafikkarten schon bald schwerer werden. Wie der Cryptomining-Blog schreibt, offenbart ein Benchmark-Test mit künftig zu berechnenden Blöcken („DAG epoch“) zur Generierung der Kryptowährung Ethereum, dass sowohl Karten mit 4 als auch 8 GB RAM Probleme bei der Leistung bekommen. Diese soll bis zu 30 Prozent einbrechen. Ältere AMD-Karten wie die R9 290 (X) / 390 (X) sollen nicht betroffen sein, auch Nvidias Pascal-Karten seien außen vor (vorrangig Geforce GTX 1060 mit 6 GB und Geforce GTX 1070 mit 8 GB).

Um dies nachvollziehen zu können, müssen wir etwas weiter ausholen und vereinfachen. Um Einheiten von Kryptowährungen zu berechnen, bearbeiten Systeme blockweise Daten – sie lösen Gleichungen in einem bestimmten, sich weiter entwickelnden Algorithmus. Bei Ethereum ändert sich der Algorithmus alle 30.000 Blöcke. Ein Wechsel bedeutet den Schritt in eine neue „DAG epoch“. DAG steht für „directed acyclic graph“ und ist quasi der vom Mining-System zu bearbeitende Algorithmus. „epoch“ ist Englisch und bedeutet übersetzt: Zeitalter. Mit jedem Wechsel steigt der Schwierigkeitsgrad bzw. die Anforderung an ein Mining-System.

Lesetipp: Ethereum - Mining-Anleitung - Wallet erstellen, Miner-Tutorial und mehr

Ein Wechsel der „Dag epoch“ findet alle vier bis fünf Tage statt. Dann steigt der Schwierigkeitsgrad fürs System und auch der Platzbedarf im Grafikspeicher. Dieser kommt zum Einsatz, da Miner Grafikkarten zur Erzeugung von Kryptowährung nutzen. In absehbarer Zeit werden 4-GB-Karten überfordert sein, weil die zu bearbeitenden Daten einfach zu groß werden. Dies soll aber nichts mit dem vom Cryptomining-Blog beschriebenen Problem zu tun haben.

Warum sollen Radeon-Grafikkarten langsamer beim Ethereum-Mining werden?

Zum Ethereum-Mining kommt oft das Tool „Claymore Eth miner“ zum Einsatz, das einen Benchmark-Modus mitbringt, bei dem sich künftige DAG-Epochen simulieren lassen, um die Mining-Leistung (Hash-Rate) zu beobachten. Der Blog hat nun für 30 bis 35 kommende Epochen in der Zukunft den Benchmark laufen lassen und einen deutlichen Abfall der Hashrate feststellen können – für eben besagte Radeon-Karten (mit unterschiedlichen Speichergrößen). Das konnten einige Nutzer auf Reddit bestätigen. Ein Nutzer konnte das Problem mit Radeon-Grafikkarten auch beim Tool „Ethminer“ reproduzieren, während andere bestätigen können, dass Nvidia-Karten außen vor bleiben und weiterhin ihre Leistung abrufen.

Derzeit wird gerätselt, warum gerade die Radeon-RX-Karten in Mitleidenschaft gezogen werden, entpuppen sich diese aktuell doch als besonders preiswert im Hinblick auf die Mining-Leistung. Die beiden Serien der Radeon RX sind wegen Ethereum-Mining ausverkauft, Geforce-Grafikkarten werden für Ethereum-Mining attraktiver. Ein Problem mit der Speichergröße kann ausgeschlossen werden, bietet die Geforce GTX 1060 doch maximal 6 GB an, während die betroffenen Radeon-RX-Serien mit bis zu 8 GB ausgestattet sind. Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden.

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