So behaupten Sie sich im Cyberspace

Erfolgreich starten in Second Life

Viele berichten darüber - aber was ist dieses Second Life eigentlich? Wir klären auf und verraten, warum es auch kritische Stimmen dazu gibt. Ausserdem erleichtern wir Ihnen den Einstieg in ein erfülltes Cyberspace-Leben.

Erfolgreich starten in Second Life

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Erfolgreich starten in Second Life

Viele berichten darüber – aber was ist dieses Second Life eigentlich? Wir klären auf und verraten, warum es auch kritische Stimmen dazu gibt.

Als der Springer Verlag, Herausgeber der Bild-Zeitung, Ende 2006 mit einer eigenen Online-Zeitung startete, war jedem klar: Second Life (SL) ist ein Massenphänomen. Eine rasante Entwicklung, die kaum jemand so erwartete. Im Jahr 2003 startete der Amerikaner Philip Rosedale mit seiner Firma Linden Labs die Erfolgsgeschichte von Second Life, einer künstlichen Parallelwelt, die sich erforschen und besiedeln lässt. Lange Zeit nur ein Geheimtipp, stiegen die Nutzerzahlen in den letzten Monaten sprunghaft auf weit über fünf Millionen an. Grund dafür war sicher auch der Medienhype: Jeder wollte bei SL dabei sein. Der Spiegel hat 16 Seiten darüber gebracht, Spiegel Online und der Radiosender Eins Live haben Korrespondenten entsandt, Politiker gaben online Pressekonferenzen und der schwedische Staat eröffnete eine eigene Botschaft.

Treffpunkt im Netz

Second Life ist aber nicht die erste virtuelle Spielwiese, auf der echte Menschen ihre digitalen Egos miteinander in Kontakt treten lassen. Die bekannteste ist World of Warcraft (WoW) – und, wie der Name schon sagt, eher kriegerisch ausgelegt. Sinn von WoW und ähnlichen Titeln ist es, den Freunden von Rollenspielen die Möglichkeit zu geben, Gemeinschaften (Clans) zu gründen und gegeneinander anzutreten.

Was aber ist das Besondere an Second Life, dass es nicht nur für bestimmte Randgruppen unter den Netzbewohnern interessant macht, sondern gerade für den Normalsurfer? Anders als beim Spiel WoW, wo es in erster Linie um Strategie und Kampfkunst geht und alle Turniere am Ende einen Gewinner haben, ist SL eine offene Welt ohne vorgegebene Ziele. Wie im echtem Leben, dem "Real Life" (RL), können Sie dort alles machen, was die Naturgesetze erlauben - und manchmal sogar ein wenig mehr. Wer etwa ein Haus bauen möchte - SL bietet dafür Grund und Boden an. Manche davon würden einem Statiker Schweiß auf die Stirn treiben, einige schweben sogar in der Luft. Sie wollen lieber im Mittelalter leben? Auch das geht. Es finden sich für jeden interessanten Kontext Benutzergruppen, die eine Welt nach ihren eigenen Regeln errichtet haben.

Jobs für alle

Sie möchten ihre digitalen Kompositionen einem breiten Publikum vorstellen, live singen oder als DJ arbeiten, Mode entwerfen, innovative Möbel schreinern, einen Garten gestalten oder sich als Bildhauer verwirklichen? Auch hier bietet Second Life Ihnen alle Möglichkeiten - und das ganz ohne Werkstatt oder Disco. "Jeder Avatar ist ein Künstler" schrieb die "Kunstzeitung" kürzlich auf ihrer Titelseite. Und das Schönste ist: Obwohl es auch Wettbewerbe gibt und entsprechende Gruppen auch schon mal Turniere mit Siegern veranstalten, können Sie sich jederzeit neu entscheiden, was Sie machen wollen.

Geld regiert die Online-Welt

Wie in der Wirklichkeit dreht sich auch in SL vieles um das Thema Geld - echtes Geld. Zwar gibt es in Second Life nur eine fiktive Währung, den Linden Dollar (L$), doch der lässt sich in richtiges Geld tauschen. Der derzeitige Wechselkurs liegt bei 0,28 US-Dollar für 100 Linden-Dollar. Vor allem die Erfolgsgeschichten von Nutzern, die durch SL reich wurden, locken viele ins Spiel. Prominentestes Beispiel ist Ailin Graef, eine ehemalige Lehrerin aus Hessen, die es als virtuelle Maklerin und Anshe Chung, die es als Baulöwin, zu realen Millionärinnen gebracht haben. Doch das sind Ausnahmen. Die Zahl der Nutzer, die Ihren Lebensunterhalt allein durch SL bestreiten, dürfte sich auf ein paar Dutzend beschränken. Gehen sie also nicht mit der Erwartung reich zu werden ins Spiel, sondern einfach um Spaß zu haben und mit anderen zu chatten.

Erforschen Sie die virtuelle Welt, es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken. Das Kleingeld für den täglichen Bedarf des Online- Lebens verdienen Sie etwa durch den Verkauf von selbst entwickelter Kleidung oder Gegenständen. Dazu muss man sich allerdings mit 3D-Design und der Programmiersprache LSL (Linden Scripting Language) beschäftigen. Alternativ können Sie auch mit Land handeln, benötigen dazu aber eine kostenpflichtige Mitgliedschaft, den Premium Account für umgerechnet etwa 7,50 Euro pro Monat. Viele versuchen sich als Grundstücksspekulanten, einige sogar mit recht viel Erfolg.

Aber natürlich gibt es auch Jobs in SL, mit denen Sie Ihr Linden-Dollar-Konto auffüllen können. Erkundigen Sie sich doch im virtuellen Arbeitsamt... Ist Ihnen das alles zu anstrengend, dann wechseln Sie einfach etwas Geld. Betreiber Linden Labs tauscht Ihnen gegen eine kleine Gebühr echtes Geld in die virtuelle Währung Linden Dollars um.

Kleider machen Leute

Neben dem Job spielt das Aussehen des eigenen Avatars eine wichtige Rolle. SL-Neulinge (Newbies) sehen sich sehr ähnlich. Um die virtuelle Persönlichkeit zu verändern, gibt es mehrere Möglichkeiten. Augen, Haare, Haut sowie Geschlecht, Rumpf und Kopf lassen sich verändern. Durch individuelle Kleidungsstücke geben Sie Ihrem Avatar eine persönliche Note. Für umgerechnet 0,18 Euro bekommen Sie etwa im Shop von Adidas ein paar neue Markenschuhe.

Wer kein Geld ausgeben will, greift zu "Freebies". Das sind Gratisartikel, die oft in Paketen gebündelt vertrieben werden, manchmal auch für eine Schutzgebühr von L$1. Mit Glück sind kleine Schätze darunter.

Tipps und Tricks zu SL

Kritik wird laut

In letzter Zeit kam aber auch vermehrt Kritik auf. In der schönen neuen Online-Welt ist mitunter recht wenig los. Wie erst vor kurzem bekannt wurde, können aus technischen Gründen an einem Ort (Sim) nur 50 Avatare gleichzeitig sein. Ein Umstand, der für viele Unternehmen inakzeptabel ist, schließlich müssen Sie für Ihre virtuelle Präsenz oft mehrere hundert Euro pro Monat an den Betreiber Linden Labs bezahlen.

Wie viele der gut fünf Millionen angemeldeten Einwohner zudem Karteileichen sind, weiß außerhalb von Linden Labs niemand. Tatsache ist, dass meist nur 15.000 bis 36.000 Nutzer gleichzeitig online sind. Das hält den Firmengründer Philip Rosedale aber nicht davon ab, weiter kräftig die Werbetrommel zu rühren. "Second Life wird so groß wie das Internet. Ich rechne mit mehr als 1,5 Milliarden Usern", verkündete er unlängst im Interview mit der Zeitschrift "Vanity Fair".

In der zweiten Welt verhält es sich eben wie im echten Leben: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Dennoch sollten Sie sich davon nicht abschrecken lassen und SL einen Besuch abstatten. Ein Meilenstein der virtuellen Realität ist SL allemal. Gehen Sie auf Entdeckungsreise: Städte, Einkaufszentren, Burgen, Schlösser und Raumstationen erwarten Sie. Und vor allem: Lernen sie neue Menschen aus allen Teilen der Welt kennen.

Ihr Start in Second Life

Installieren Sie die SL-Software, den so genannten Client. Sie können sich die neueste Version unter http://secondlife.com/community/downloads.php kostenlos herunterladen. Sobald sich das SL-Fenster öffnet, klicken Sie auf "New Account". Im automatisch starteten Browser geben Sie Ihrem Avatar einen beliebigen Vornamen (First name) und wählen einen Nachnamen (Last name) aus der Vorschlagsliste. Ergänzen Sie die weiteren Fragen und wählen Sie im nächsten Fenster einen männlichen oder weiblichen Avatar. Welcher, ist egal, Sie können Aussehen und Geschlecht nachträglich noch ändern.

Im nächsten Fenster müssen Sie noch Ihren echten Namen, das Geschlecht (Gender) und Ihr Land (Country) angeben. Überlegen Sie sich ein Passwort und wählen Sie eine der Sicherheitsfragen. Die nachfolgende Frage nach einem Premium Account verneinen Sie mit einem Klick auf "Skip this Step". Wechseln Sie schließlich wieder ins zuvor gestartete SL-Fenster und geben Sie Ihre Zugangsdaten ein. Mit einem Klick auf "Connect" beginnt nun Ihr zweites Leben. Um in Second Life an bestimmte Orte zu gelangen, tippen Sie eine Adresse, die so genannte "SLURL" in die Adresszeile Ihres Browsers. Ist SL auf Ihrem PC installiert ist, werden Sie an den entsprechenden Ort teleportiert. Unter http://slurl.com/secondlife/Frisch/194/189/55 gibt es etwa einen deutschsprachigen Einsteigerkurs in einer Ruine. Weitere lohnende Ziele sind der Strandklub http://slurl.com/secondlife/Die%20Insel/135/137/ oder das Neuschwanstein-ähnliche Schloss Verloren http://slurl.com/secondlife/Verloren/209/130/43.

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Auswertung Frage des Monats: PCgo 5/2007
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In diesem Fenster wählen Sie Aussehen und Geschlecht Ihrer Online-Persönlichkeit.

  • Bewegen: Bewegen Sie Ihren Avatar mit den Cursortasten. Die ebenfalls nutzbaren Buchstaben funktionieren zwangsläufig nicht, wenn das Chatfenster offen ist. Im IM-Fenster, dem Inventory und anderen Fenstern des Clients werden aber auch die Cursortasten verwendet und können nicht zum Bewegen des Avatars genutzt werden. Reagiert ihr Alter Ego nicht auf die Cursortasten, ist meist eines dieser Fenster aktiv. Klicken Sie auf den Avatar, um aus dem Fenster zu gelangen.
  • Fliegen: Statt des "Fly"-Buttons am unteren Bildschirmende können Sie auch die "Pos1"-Taste benutzten. Die Änderung der Flughöhe erfolgt mit den "Bild-auf"- und "Bild-ab"-Tasten unmittelbar daneben. Orientation Island: Hier wird Ihr Avatar geboren. Arbeiten Sie die Lektionen, die Ihnen geboten werden, durch, um die Steuerung in Grundzügen zu erlernen. Welcome Area: Hier landen Sie, wenn Sie Orientation Island verlassen haben. Da dieser Landeplatz meist hoffnungslos überfüllt ist, verlassen Sie ihn rasch. Startkapital: Wenn Sie bei der Registrierung Ihre Kreditkartennummer angeben, erhalten sie als Bonus L$ 250. Damit lassen sich gleich mal Kleidung und Spielzeug erwerben. Kontextmenü: In SL wurde fast alles von den Residents geschaffen. Wenn Sie mit der rechten Maustaste einen Avatar, einen Gegenstand, ein Gebäude oder einfach den Boden anklicken, springt ein Kontextmenü auf, mit dem Sie Informationen erhalten oder Änderungen vornehmen können. Einsteigerhilfe: Das Buch "Second Life – Sofort dabei sein!" von Joe Betz ist ein Ratgeber für Einsteiger. Betz erklärt leicht verständlich und mit vielen Bildern die meist englischsprachige Welt von SL und gibt interessante Reise- und Shoppingtipps. Das gut 140 Seiten starke Buch (Preis: 9,95 Euro) ist im Markt+ Technik-Verlag erschienen.

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