Geräte-Verschleiß kein Zufall

Elektro-Geräte bekommen absichtlich Schwachstellen verpasst

Eine Studie der Grünen fördert für Verbraucher Erschreckendes, doch wohl eher wenig Überraschendes zutage. Elektronik-Hersteller würden ihren Geräten Schwachstellen verpassen, damit sie schneller kaputt gehen.

Künstlich hervorgerufener Verschleiß: Hersteller sollen tricksen, damit Geräte schneller kaputt gehen.

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Künstlich hervorgerufener Verschleiß: Hersteller sollen tricksen, damit Geräte schneller kaputt gehen.

Drucker, Fernseher, Kopfhörer oder etwa Waschmaschinen & Co. sind Elektronik-Geräte, die nicht selten kurz nach Ablauf der Garantiezeit einen Defekt aufweisen. Für viele Verbraucher ist dies bittere Realität, an die sie sich teilweise sogar schon gewöhnt haben. Dabei könnten viele Geräte deutlich länger ihren Dienst verrichten, ohne dass der Geldbeutel der Kunden oder die Umwelt durch Berge von Müll in Mitleidenschaft gezogen werden müssen. Das zumindest ist das Ergebnis einer Langzeitstudie der Grünen.

Im Verlauf der vergangenen Jahre seien die Verantwortlichen knapp 2.000 Hinweisen nachgegangen. Sie sind laut mehreren Zeitungsberichten zu der Erkenntnis gekommen, dass Hersteller zahlreicher Produkte tricksen würden. Sie sollen bewusst Schwachstellen in ihre Geräte verbaut haben, damit das jeweilige Produkt schneller kaputt gehe. Konkret würden etwa Zähler im Drucker nach einer bestimmten Anzahl an Ausdrucken Alarm schlagen, und der Drucker ohne triftigen Grund seinen Dienst einstellen.

Ein anderes Beispiel seien etwa Elektrozahnbürsten. Hersteller sollen dem Bericht zufolge meist feste Akkus verschrauben, die nicht gewechselt werden können. Durch minderwertige Qualität würden Firmen sicherstellen, dass das Gerät nicht lange in Benutzung bleibt. Bei Laptops etwa würden Hersteller Bauteile sehr oft verkleben, um eine Reparatur zu erschweren und zu verteuern. Bei Kopfhörern seien Verbindungsstellen meist schlecht verarbeitet: Kabelbruch sei - wie unter anderem auf saarbruecker-zeitung.de nachzulesen ist - der Normalfall.

Die Folge: Der Kunde muss sich ein neues Gerät kaufen und würden so dem Hersteller neue, potenzielle Gewinne in die Kassen spülen. Wie die Autoren schreiben, koste der künstliche herbeigeführte Verschleiß mehrere Milliarden Euro im Jahr. Die Grünen-Politikerin Dorothea Steiner verurteilte eine derartige Strategie als "Schweinerei". Ein bewusst niedrig gehaltener Lebenszyklus verursache immense Müllberge. Schließlich sei es meist günstiger, sich ein neues Gerät anzuschaffen als das alte in Reparatur zu geben. Die Grünen-Sprecherin Nicole Maisch, zuständig für Verbraucherfragen, soll im Zuge der aktuellen Studienergebnisse eine schnelle Reform des Gewährsleistungs- und Garantierechts gefordert haben.

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