DSL-Drosselung

Bundesnetzagentur prüft Telekom

Zur geplanten Tarifänderung für DSL-Verträge der Telekom schaltet sich nun die Bundesnetzagentur ein. Die Telekom plant eine Drosselung der Geschwindigkeit nach einem bestimmten Datenvolumen, ähnlich wie bei Handyverträgen.

Bundesnetzagentur prüft Telekom

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Bundesnetzagentur prüft Telekom

Ab dem 2. Mai wird, je nach Art des Anschlusses, ein Datenvolumen für Festnetz-Flatrates eingeführt. Das inklusive Volumen beträgt zwischen 75 GByte und 200 GByte. Wird dieses durch Up- und Downloads, Streams, surfen oder Online-Spiele verbraucht, wird die Geschwindigkeit auf 384 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) gedrosselt. In Kraft treten und somit auch technisch realisiert werden soll diese Regelung ab 2016. Ob es jedoch tatsächlich dazu kommen darf, prüft derzeit die Bundesnetzagentur. Besonders im Hinblick auf die Netzneutralität wirft die Netzagentur einen Blick auf das Vorhaben der Telekom.

Doch was ist eigentlich "Netzneutralität"?

Die Bundesnetzagentur ist eine Behörde, die den Telekommunikationsmarkt in Deutschland kontrolliert und reguliert. Ein wichtiger Punkt für die regulierende Stelle ist die Netzneutralität. Was im ersten Moment abstrakt klingt, ist eigentlich simpel: Jeder Sender und Empfänger im Internet soll gleichberechtigt sein, egal wie viel Vermögen, Macht oder Ressourcen er hat und unabhängig von dem verbrauchten Datenvolumen, welches er für seine Online-Aktivitäten beansprucht.

Diese Art der digitalen Gerechtigkeit sehen nun viele bedroht. Auch das Vorhaben der Telekom eigene Dienste und Angebote wie Entertain von dem Datenverbrauch auszuschließen, stößt vielen Politikern, Usern und Online-Aktivisten sauer auf. Wirtschaftsminister Philipp Rösler und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner kritisieren ebenfalls die Pläne des Telekommunikationsanbieters. Telekom-Sprecher Philipp Blank betont jedoch, dass reguläre Internetdienste diskriminierungsfrei behandelt werden.

Kunden sollen sich wehren

Auch wenn es bis zur endgültigen Aktivierung eines begrenzten Datenvolumens noch etwas dauert, rät EU-Kommissarin Neeli Kroes Kunden zu Widerstand. Fühlt sich ein Nutzer eingeschränkt, soll er sich umgehend nach Alternativen umsehen.

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