Protest zeigt Wirkung

Telekom bestätigt die gedrosselte Drosselung

Nach starkem Gegenwind vonseiten der Politik, Behörden und Verbrauchern lenkt die Telekom ein. Die ab 2016 startende Drosselung von DSL-Anschlüssen bleibt zwar bestehen. Doch anstatt 384 Kbit/s setzt der Provider 2 Mbit als untere Grenze fest, sobald das verfügbare High-Speed-Volumen aufgebraucht ist.

Drosselkom lenkt ein: Nach Aufbrauchen des Traffics gibt es 2 Mbit/s statt 384 Kbit/s.

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Drosselkom lenkt ein: Nach Aufbrauchen des Traffics gibt es 2 Mbit/s statt 384 Kbit/s.

Die Telekom drosselt die Drosselung: So lässt sich die aktuelle Meldung des Providers beschreiben, die für Verfechter der Netzneutralität wohl nur ein Tropfen auf dem heißen Stein darstellen dürfte. Durchschnittliche Internetnutzer dürfen immerhin ein wenig aufatmen. Denn anstatt 384 Kilobit pro Sekunde (48 Kilobyte/s) wird die planmäßig ab 2016 eingeführte Untergrenze für gedrosselte DSL-Flatrates 2 Megabit pro Sekunde (256 Kilobyte/s) betragen.

Telekom-Kunden, die ihr Inklusiv-High-Speed-Volumen für einen Monat aufbrauchen, surfen dann anstatt mit 16, 50, 100 oder 200 Mbit mit ebenjenen 2 Mbit durchs Netz. 2 Mbit pro Sekunde für die Datenübertragung entsprechen einem DSL2000-Anschluss. Zwar stehen nominell 256 Kilobyte pro Sekunde zur Verfügung, in der Praxis sind dies jedoch selten mehr als etwa 220 Kilobyte. Genug zum Surfen oder für Youtube-Videos in Standard-Auflösung, doch wer High-Definition-Inhalte streamen möchte, kommt mit 2 Mbit sehr schnell an seine Grenzen.

Da die Regelung zudem erst ab 2016 eintritt und der Bedarf an Bandbreite ebenso wie an Traffic steigen wird, dürfte dies für viele Nutzer zu Problemen führen. Im Moment bietet die Telekom Inklusiv-Volumina zwischen 75 und 400 Gigabyte pro Monat. Immerhin sagt die Telekom, dass die Werte noch nicht in Stein gemeißelt sind, und sie sich an den Markterfordernissen in drei Jahren orientieren werden. Die Regelung gedrosselter DSL-Flatrates gilt für Neuverträge, die seit dem 2. Mai 2013 abgeschlossen wurden. Die neue Untergrenze von 2 Mbit gilt rückwirkend für die entsprechenden Kunden.

Die Telekom passte diese Grenze auf Grund der vermehrten Kritik an. "Wir haben in den vergangenen Wochen einen intensiven Dialog mit unseren Kunden geführt und die Sorgen verstanden. Mit 2 Mbit/s liegen wir deutlich über dem Mindestrichtwert aus der Breitbandstrategie der Bundesregierung - wir haben ihn verdoppelt", verlautet Niek Jan van Damme, Deutschlandchef bei der Telekom. Immerhin: Laut Telekom-Mitteilung sollen ab 2016 weiterhin Verträge für Vielsurfer angeboten werden, "die dann [jedoch] etwas teurer sein werden". Mehr zur Debatte um Netzneutralität und zu Volumengrenzen bei der Telekom lesen Sie mit Klicks auf die just verlinkten Texte.

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