Unbegründeter Spionagevorwurf

Dropbox löschte illegale Dateien in privaten Cloud-Speichern

Spionage-Vorwürfe bei Dropbox sorgen für Unruhe. Ein Nutzer teilte eine Datei, bekam direkt Notiz wegen einer DMCA-Beschwerde und die Datei wurde gelöscht.

Spionage-Vorwurf: Auf Twitter keimte fast ein Shitstorm auf, weil Dropbox eine Datei löschte.

© Dropbox

Spionage-Vorwurf: Auf Twitter keimte fast ein Shitstorm auf, weil Dropbox eine Datei löschte.

Dropbox dient eigentlich zur persönlichen Cloud-Sicherung eigener Dateien oder denen von Arbeitsgruppen und Gemeinschaften. Der Anbieter wirbt mit hoher Sicherheit und einer AES-256-Bit-Verschlüsselung. Über eine Sharing-Funktion lässt sich ein Link generieren, um Dateien aus Dropbox-Accounts heraus öffentlich zum Download anzubieten. Direkte Folgen nach der Nutzung dieser Funktion veranlassen Nutzer nun dazu, den Dropbox-Betreibern Schnüffelei in Daten vorzuwerfen.

Was war passiert? Ein US-Mediengestalter wollte einem Kontakt eine Datei zuspielen. Nach Generierung eines Links zum öffentlichen Download wurde die Datei direkt gelöscht, die folgende Mitteilung wurde laut Twitter-Nachricht des Nutzers angezeigt: "Certain files in this folder can't be shared due to a takedown request in accordance with the DMCA. [...]". Auf Deutsch heißt das soviel wie: Einige Dateien konnten aufgrund einer Löschung im Sinne des DMCA-Gesetzes nicht geteilt werden. DMCA steht für Digital Millenium Copyright Act und ist das Statut zur Durchsetzung des Urheberrechts in den USA.

Der besagte Nutzer gab auf Twitter zwar zu, versucht zu haben, eine urheberrechtlich geschützte Datei weiterzugeben. Seltsam sei dennoch, dass Dropbox den Inhalt der Datei scheinbar schon kannte, und eine Löschung im Sinne des erwähnten Schutzgesetzes so schnell vollzogen konnte. Viele Nutzer waren aufgebracht und konfrontierten die Dropbox-Betreiber mit dem Vorwurf der Spionage.

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Letztlich meldete sich ein Dropbox-Support und versicherte, dass der Cloud-Dienst nicht in Dropbox-Konten schnüffeln würde. Auch gebe es keinerlei Einsicht in die Dateiordner der Nutzer. Die Technik würde lediglich MD5-Hash-Codes von Dateien mit zuvor von Urhebern monierten Gegenstücken vergleichen. Solche sichere sich der Dienst, nachdem Links mit Beschwerden von geistigen Eigentümern der Dateien eingingen. Dropbox handelte also lediglich nach dem Gesetz. Der Fall scheint also aufgeklärt sein, und die Aufregung der Nutzer unberechtigt - vor allem da offensichtlich eine tatsächlich illegale Datei über den Äther laufen sollte. Den Bericht zum Dropbox-Spionage-Vorwurf lesen Sie auf Ars Technica.

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