„inkonsistente Metadaten“

Dropbox-Fehler: Gelöschte Dateien tauchen nach Jahren wieder auf

Dropbox-Nutzer berichten, dass mehrere Gigabyte an Dateien, die sie längst gelöscht hatten, wieder auftauchen. Ein Fehler seitens der Betreiber.

Cloud

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Die Cloud ist was Feines. Doch bei Problemen ist man völlig auf den Anbieter angewiesen. Und dringend nötiger Support kann nervige Zeit in Anspruch nehmen - wie jetzt bei Dropbox.

„Gelöschter Ordner taucht nach einigen Jahren plötzlich wieder auf“ – Ein Dropbox-Nutzer startete diesen Thread im offiziellen Forum und sollte nicht der einzige mit diesem Problem bleiben. Mittlerweile über 100 Kommentare und über 4.000 Klicks neugieriger und betroffener Nutzer später, äußern sich die Verantwortlichen von Dropbox.

Der Reihe nach: Ein Nutzer hatte Dropbox-Daten vor über zwei Jahren von seinem Cloud-Speicher gelöscht. Als diese plötzlich auftauchten, war die Sorge um einen Bug oder gar die Angst vor einem Hacker-Angriff groß.

Vor allem beschäftigte den Nutzer die Frage, warum Dropbox gelöschte Daten über zwei Jahre lang aufbewahren kann. Weitere Nutzer folgten, die ähnliche Erfahrungen in den vergangen Tagen gemacht haben. Mitunter kamen bei Betroffenen Dateien zum Vorschein, die bereits sechs bis sieben Jahre alt sind und vor fast ebenso langer Zeit eigentlich gelöscht wurden. Normalerweise soll Dropbox gelöschte Daten aus Sicherheitsgründen​ maximal 60 Tage verwahren.

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Nutzer ärgerten sich vermehrt, weil durch den scheinbaren Bug Unmengen von Traffic verbraucht wurden, um Ordner auf verschiedenen Geräten zu synchronisieren. Den größten Ärger aber dürfte Dropbox‘ schleppende Reaktion ausgelöst haben. Erst ein paar Tage später gab ein Dropbox-Mitarbeiter im Forum bekannt, dass es sich nicht um einen Fehler im Programm oder gar einen Hacker-Angriff gehandelt hat. Vielmehr war menschliches Versagen die Ursache.

Dropbox-Fehler: Mitarbeiter ist schuld

Die betroffenen Daten der Nutzer, sollen auf Grund „inkonsistenter Metadaten“ in einer Quarantäne zurückgehalten worden sein. Ein Mitarbeiter habe diese durch einen Fehler plötzlich wieder freigegeben. So erschienen die gelöscht geglaubten Daten plötzlich wieder in den Ordnern der Nutzer. Das Problem​ soll behoben worden sein.

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Auf Grund der Datenschutzrichtlinien​ bei Dropbox dürfte es auch kein juristisches Nachspiel haben, dass Daten länger als die angegebenen 60 Tagen auf den Servern blieben.

Bei Dropbox heißt es nämlich: „(1) Zwischen dem Löschen von unseren Servern und dem aus unserem Sicherungsspeicher kann etwas Zeit vergehen und (2) eventuell bewahren wir diese Informationen auf, um unseren rechtlichen Verpflichtungen nachkommen, Streitigkeiten beilegen oder unsere Verträge durchsetzen zu können.“ Mit "etwas Zeit" können also auch bis zu sieben Jahre gemeint sein.

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