Spielen in der Box

DOS-Games unter Linux

Sie würden gerne Ihre DOS-Games unter Linux spielen? Kein Problem: Wir zeigen, wie Sie in der DOSBox auf Ihrer Distribution zocken können.

DOS-Games unter Linux

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DOS-Games unter Linux

Die Zahl an Spielen für Linux ist begrenzt. Warum also nicht einige der Klassiker wiederbeleben? Das Problem liegt natürlich in der Kompatibilität, denn die DOS-Dateien lassen sich unter Linux nicht starten. Die Lösung ist ein Emulator. Für alte DOS-Spiele nutzen Sie am Besten DOSBox.

Mit dem Emulator lassen sich DOS-Programme auf einem anderen Betriebssystem als DOS verwenden. Im Gegensatz zu anderen DOS-Emulatoren oder DOS-Fenster-Umgebungen liegt der Schwerpunkt von DOSBox auf der Unterstützung möglichst vieler Spiele.

Im Gegensatz zu vielen anderen Emulatoren, simuliert DOSBox nicht nur ein Betriebssystem, sondern auch die Hardware. Dazu gehören neben Prozessor und Arbeitsspeicher auch die Grafik- und Soundkarte, Netzwerkunterstützung und Joysticks. Für alle diese Komponenten stellt DOSBox passende Routinen zur Verfügung, mit welchen die Programmschnittstellen der DOS-Spiele abgefangen und weiterverarbeitet werden.

Emulierter DOS-Rechner

Standardmäßig erlaubt DOSBox den Betrieb von Spielen, die auf den konventionellen Arbeitsspeicher zugreifen. Während unter DOS darauf geachtet werden musste, dass Programme und Treiber noch genügend Speicher unterhalb der 640-KByte-Marke für das Spiel übrig ließen, ist dies unter DOSBox meistens kein Problem: Die emulierten Treiber für Soundkarte, Maus, CD-ROM und Co. werden von DOSBox verwaltet und reduzieren nicht unnötig den verwendbaren konventionellen Speicher. Darüber hinaus unterstützt DOSBox den XMS- und EMS-Speichermodus. Beide Spezifikationen dienten unter DOS dem Ansprechen von Speicherbereichen jenseits der Grenze von 1 MByte oder 640 kByte.

Weiterhin emuliert DOSBox auch die CPU des Systems, wobei sowohl Spiele, die im Real-Mode als auch im Protected-Mode betrieben werden, genutzt werden können. DOSBox selbst setzt nicht zwangsläufig den Betrieb auf einem x86-kompatiblen System voraus. Letzteres bringt im Idealfall Performance-Gewinne, da eine dynamische Übersetzung von Prozessorinstruktionen genutzt werden kann. Auf nicht-x86-kompatiblen Systemen emuliert DOSBox die Prozessor-Instruktionen vollständig.

Grundsätzlich kann DOSBox alle wichtigen Hardware-Komponenten eines modernen PCs nutzen, soweit diese durch das Linux- System bereitgestellt werden. Viel entscheidender ist allerdings die Frage nach der Hardware, welche den DOS-Spielen durch DOSBox vorgegaukelt werden kann. Die Grafikunterstützung ist sehr gut: Zum einen werden ältere Grafikkarten auf Basis von CGA-, EGA- und Herkules-Standard unterstützt, darüber hinaus sind aber auch die VGA- und VESA-Modi für eine hochauflösende Grafikausgabe neuerer Spiele verfügbar. Im Detail besonders erwähnenswert ist die Unterstützung von 16- und 32-Bit Farbtiefe im VESA-Modus sowie die Sonder-Modi, welche spezielle Anforderung an die Grafikkarte stellen. Ähnlich gut sieht es auch bei den Soundkarten aus, welche emuliert in DOS-Spielen genutzt werden können. Neben PC-Speaker und MIDI-Unterstützung kann etwa eine Adlib-, eine SoundBlaster-Pro- oder Gravis-Ultra-Karte emuliert werden.

Es mag verrückt klingen, aber Spiele, die früher auf einem alten 486er problemlos liefen, können ein modernes PC-System beim Start mit DOSBox durchaus in seine Grenzen verweisen. Ein 1,0-GHz-Prozessor ist daher für DOS-Spiele absolut empfehlenswert. In Einzelfällen kann es vorkommen, dass ein Spiel zu schnell läuft. Zwischen beiden Extremen haben Sie ein Mindestmaß an Manipulationsmöglichkeiten: DOSBox erlaubt es, den Takt des emulierten Prozessors zu erhöhen oder zu verringern. Die Einstellung CPU-Cycles kann allgemein entweder in der Konfigurationsdatei, oder während des Betriebs per Tastenkombinationen erfolgen.

Problematisch und rechenintensiv sind emulierte Grafikausgaben unter DOSBox. Durch das Weglassen einzelner Frames ist eventuell eine flüssigere Ausgabe möglich. Einstellungen hierfür sind über die Option Frameskip möglich. In einigen Fällen kann auch das Deaktivieren der Soundkarte zur besseren Performance beitragen. Grundlegend gilt: Die meisten Spiele laufen unter DOSBox etwas langsamer und nicht ganz so flüssig. Oft fällt das aber kaum auf.

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