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DSL-Flatrate-Ära vorbei? Telekom führt Volumengrenzen für Internetneukunden ein

Weil der Internet-Traffic stetig zunimmt, führt die Deutsche Telekom für DSL-Neukunden ab dem 2. Mai eine Volumenbegrenzung ein. Egal ob 16, 50, 100 oder 200 Megabit pro Sekunde: Wer sein jeweiliges Datenvolumen aufbraucht, surft anschließend nur noch mit 384 Kilobit/s (48 Kilobyte) weiter.
Die Deutsche Telekom stellt eine neue DSL-Tarifstruktur vor. © kubais - Fotolia.com
Die Deutsche Telekom stellt eine neue DSL-Tarifstruktur vor.

Die Deutsche Telekom hat bekannt gegeben, dass DSL-Flatrates (Call & Surf- und Entertain-Verträge) für Neukunden ab dem 2. Mai 2013 mit Volumengrenzen versehen sind. Wie im Mobilfunk gibt es dann ein integriertes Highspeed-Volumen, je nach Vertrag besteht ein festgeschriebener Traffic. Die Telekom drosselt die Surf-Geschwindigkeit, sobald das Übertragungslimit erreicht ist: von 16, 50, 100 oder 200 Megabit pro Sekunde auf 384 Kilobit/s. Die vier Speed-Optionen sind mit den folgenden Datenvolumina versehen: 75 GB, 200 GB, 300 GB und 400 GB pro Monat.

Wer seinen Traffic aufbraucht, surft anschließend mit maximal 48 Kilobyte pro Sekunde: Das Navigieren auf Webseiten verlangsamt sich, Cloud-Dienste werden zur Qual und das Anschauen von Youtube-HD-Videos ist fast unmöglich. Bestandskunden soll die Regelung nicht betreffen, sagt die Telekom. Auch Kunden, die IPTV via Entertain nutzen, sollen von der Datendrosselung ausgenommen werden. "Mit Entertain buchen die Kunden Fernsehen, deshalb werden wir sicherstellen, dass sie nicht plötzlich vor einem schwarzen Bildschirm sitzen", sagt Michael Hagspihl, Marketing-Chef der Telekom.

VoIP-Telefonie ist ebenso wie IPTV von der DSL-Datendrosselung ausgenommen. Wer unterwegs den Hotspot-Service WLAN TO GO nutzt, verbraucht ebenso nichts von seinem Traffic. Wie die Deutsche Telekom sagt, ist der durchschnittliche Internetnutzer nicht von dieser Regelung betroffen. Für gewöhnlich übertragen die meisten Nutzer 15 bis 20 GB im Monat. Die neue Tarifstruktur bittet lediglich Vielnutzer und sogenannte Power-User (vorrangig etwa Filesharer und Cloud-Profis) zur Kasse. Ist der Traffic einmal aufgebraucht, werden diesen und gewöhnlichen Nutzern "Zubuchoptionen" bereit gestellt. Details dazu sollen noch folgen.

Die Deutsche Telekom begründet die neue Tarifstruktur damit, dass der Internet-Traffic rasant und stetig zunehme. Dies könnte unter Umständen auch dazu geführt haben, dass laut eines Feldtests der Bundesnetzagentur das Internet langsam ist. Laut Telekom-Mitteilung werde sich das Datenaufkommen bis 2016 vervierfachen. Dies entspreche 1,3 Zettabyte beziehungsweise 1,3 Billiarden Terabyte oder in Bytes: einer 1,3 mit 20 Nullen. 80 Milliarden Euro würde der Ausbau des Netzes kosten: Geld, das man „nicht mit niedrigen Preisen“ gegenfinanzieren könnte.

Laut Telekom werden Neuverträge mit den hier beschriebenen Klauseln vorerst nur ergänzt. Wann die technische Umsetzung tatsächlich erfolgt, bleibt abzuwarten. Hagspihl geht davon aus, das dies nicht vor 2016 passieren werde. Spannend ist nun die Frage, wie andere Mitbewerber der Deutschen Telekom reagieren. Die Webseite netzpolitik.org schreibt beispielsweise, dass Vodafone (Arcor) ähnliche Schritte planen soll. Beim Kabelnetzbetreiber Unitymedia KabelBW hingegen sieht es anders aus. Laut Golem-Informationen stehen keine Datendrosselungen, sondern eher höhere Geschwindigkeiten bis zu 400 Megabit pro Sekunde zur Debatte. Wie es bei Kabel Deutschland hingegen aussieht, ist zu diesem Zeitpunkt noch ungewiss.

 
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