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Betriebssysteme Debian wird volljährig

Das freie Linux-Betriebssystem Debian wurde am Dienstag 18 Jahre alt. Begründer Ian Murdoch hatte am 16. August 1993 den Startschuss gegeben. Er wollte eine stabile Distribution auf der Basis freier Software in einem demokratischen Projekt.

Debian Sarge ist fertig © Newsredaktion Golem

Auch wenn Ian Murdoch die Volljährigkeit des Systems nicht mehr als Teil des Projekts erlebt, so ist man bei Debian doch seinen Zielen treu geblieben.

Neue Releases werden zwar alle 18 - 24 Monate angekündigt, werden aber erst freigegeben, wenn sie nach Ansicht der Macher fertig ist. Das könnte auch erheblich länger dauern. Deshalb steht Debian auch im Ruf, enorm stabil und zuverlässig zu sein, was es besonders für den Betrieb auf Servern prädestiniert.

Allerdings hat auch keine andere Linux-Distribution so viele Unterprojekte hervorgebracht, die sich verschiedenen Entwicklungszweigen von Debian verschreiben und meist für Desktop-User ausgelegt sind. Prominentestes Beispiel ist hier Ubuntu, dass sich der Paketquellen von Debian bedient. Aber auch das von Klaus Knopper herausgegebene Knoppix, das im Jahr 2000 den Boom der Live-CDs lostrat, basiert auf Debian. Ebenso Distributionen auf Basis des sogenannten 'Unstable-Zweigs" wie grml oder das demnächst erscheinende siduction, die sich an engagierte Nutzer wenden. Insgesamt hat Debian rund 180 Ableger.

Die Distribution besteht aus über 35.000 Softwarepaketen, die von rund 1000 offiziellen Entwicklern und vielen Tausenden weiteren Helfern gepflegt werden.

Debian wird nach den Prinzipien der Do-okratie geleitet, einer Form von Demokratie, die aber demjenigen, der mehr leistet, mehr Stimmrecht zugesteht. Die Grenzen sind dabei fließend, und Entscheidungen brauchen oft viel Zeit um einen Konsens zu erzielen. Ian Murdoch, der heute Ubuntu benutzt, schrieb vor einiger Zeit Debian ins Stammbuch, ein "wohlmeinender Diktator" würde dem Projekt zugutekommen und viele Prozesse beschleunigen.

 
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