Neue Datenschutz-Richtlinien

Facebook-Abstimmung zur "Abschaffung" der Demokratie läuft ab sofort

Facebook plant, das demokratische Verfahren zur Änderung von Datenschutz-Richtlinien abzuschaffen. Ab sofort können Sie mit Ihrer Stimme verhindern, dass Facebook Neuregelungen einfach ohne Nutzerfeedback realisiert.

Facebook will Umfragen bei Datenschutz-Änderungen abschaffen.

© Facebook

Facebook will Umfragen bei Datenschutz-Änderungen abschaffen.

Facebook lässt ab sofort über die "Abschaffung" des Nutzerfeedbacks bei neuen Datenschutz-Richtlinien abstimmen. Auf der offiziellen Webseite der "Facebook Site Governance" können Sie mit Hilfe einer App an der Abstimmung teilnehmen. Die Umfrage läuft bis zum 10. Dezember 2012 nach PST-Zeit (Pacific Standard Time), das entspricht 21:00 Uhr MEZ (mitteleuropäischer Zeit) am gleichen Kalendertag. Die Betreiber des Social Networks benötigen die Stimmen von mindestens 30 Prozent aller Facebook-Mitglieder. Andernfalls würde Facebook bei künftigen Änderungen einfach über die Köpfe der Nutzer hinweg entscheiden, wie wir berichteten.

Bei derartigen Abstimmungen beziehungsweise Vorhaben hatten die Betreiber von Facebook bisher stets wenige Gegenstimmen verzeichnet. Zuletzt, als im Juni 2012 neue Änderungen in Kraft getreten sind, stimmten lediglich 0,04 Prozent aller Nutzer ab. Das entspricht nach aktuellen Zahlen zwar rund 400.000 Teilnehmern, doch bei einer Nutzerbasis von knapp einer Milliarde Nutzern ist der Anteil fast vernachlässigbar gering. Da sich bisher immer nur sehr wenige Facebook-Nutzer an Abstimmungen beteiligten, plant Facebook aktuell die Abschaffung des demokratischen Verfahrens. Damit die aktuelle Umfrage beginnen konnte, mussten zuvor über 7.000 kritische Kommentare in einem passenden Beitrag eingehen. Details dazu lesen Sie in unserer Facebook-Meldung vom 22. November.

Sie finden die aktuelle Info von der Webseite Facebook Site Governance an dieser Stelle. Über die zugehörige App können Sie anschließend abstimmen. Hinweis: Es müssen mindestens 300 Millionen Stimmen erreicht werden, damit Facebook am demokratischen System betreffend Änderungen der Nutzerregeln festhält. Auf der offiziellen Webseite halten die Betreiber zudem fest, dass im Zusammenhang mit dieser Nachricht häufig genannte "Hoaxes", wonach Facebook die Nutzer ihrer Text- und Bildrechte entledigt, nicht stimmen. Jeder Nutzer hat weiterhin das Recht an seinen eigenen Erzeugnissen, solange diese wiederum keine Rechte von Dritten verletzen. Tipp: Bleiben Sie auf der Facebook-Seite vom PC Magazin auf dem Laufenden.

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