Windows-Alternative

China OS soll Microsoft ab Oktober überflüssig machen

Ab Oktober sollen chinesische Staatsrechner ein eigenes Betriebssystem bekommen. Mit der Windows-Alternative "China Operating System" verfolgt man große Ziele.

Die Windows-Alternative für chinesische Regierungs-Computer kommt ab Oktober.

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Die Windows-Alternative für chinesische Regierungs-Computer kommt ab Oktober.

Im Mai dieses Jahres hatte die chinesische Regierung offiziell bekanntgegeben, dass Microsofts Windows nicht länger als Betriebssystem für staatliche Rechner genutzt würde. Eine Razzia in Microsoft-Büros traf den Windows-Hersteller ebenfalls unerwartet. Nun leitet China den nächsten Schritt ein. Ab Oktober soll das neue Betriebssystem COS (China Operating System) die Daten- und Ressourcenverwaltung an staatlichen Desktops übernehmen.

Die Entwicklung von COS soll im Herbst bereits so weit abgeschlossen sein, dass Desktops damit bestückt werden könnten, so zitiert die chinesische Xinhua-Nachrichtenagentur Ni Guangnan, eine führende Figur in der chinesischen IT-Industrie.  Ab Oktober könnten demzufolge alle staatlichen Rechner mit dem neuen Betriebssystem ausgerüstet werden.

Doch damit nicht genug: Ni geht davon aus, dass in den nächsten zwei oder drei Jahren andere Betriebssysteme mit dem heimischen Produkt ersetzt werden könnten. Für mobile Endgeräte geht der IT-Spezialist von drei bis fünf Jahren aus, bis sich das COS durchgesetzt habe.

Das Microsoft-Verbot vom Mai dieses Jahres betraf Windows 8. Vermutungen zufolge befürchte die chinesische Regierung, dass man sie mit dem Produkt des US-amerikanischen Konzerns ausspionieren könnte.

Auch Google steht im Fadenkreuz der chinesischen Behörden. Der Internet-Gigant habe auf dem Smartphone-Sektor mit Android eine Monopolstellung inne, der entgegengewirkt werden müsse.

Besonders US-amerikanische Firmen stehen in China derzeit unter dem Verdacht der Spionage, vor allem im Zusammenhang mit der NSA-Affäre. Auch der kalifornische Router-Hersteller Cisco hat mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Er soll Hardware mit Hintertüren - also Schlupflöcher für Spionage-Angriffe - nach China und in andere Länder exportiert haben.

Ni sieht die Entwicklung in China positiv und das Windows-Verbot als Katalysator: "Eine Umgebung zu schaffen, die uns erlaubt, mit Google, Apple und Microsoft wettzueifern - das ist der Schlüssel zum Erfolgt!" proklamiert der IT-Experte.

China Operating System (COS) demo

Quelle: Apparata
2:44 min

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