Hype vs. Vertraulichkeit

Cloud Computing und Datenschutz kollidieren

Cloud Computing ist der große Hype der letzten Zeit. Wenn es nach den Anbietern geht, sollen Unternehmen ihre Datenhaltung ins Internet auslagern. Doch wie sicher sind die Daten vor heimlichen Zugriffen, etwa durch US-Behörden?

image.jpg

© Archiv

Viele Unternehmen zögern noch sich dem großen Trend der letzten zwei Jahre anzuschließen und ihre Datenhaltung sowie IT-Dienste ins Internet auszulagern. Dem Hype um Cloud Computing und Managed Services könnte bald die Luft ausgehen, wenn bestehende Bedenken bezüglich des Datenschutzes sowie der Ausfallsicherheit nicht ausgeräumt werden können. Diese Bedenken gelten, nicht ohne Grund, vor allem Cloud-Anbietern aus dem Ausland, insbesondere aus den USA.Sascha Krieger plädiert daher im Security Blog des Berliner Sicherheitsunternehmens eleven für den Standort Deutschland, genauer gesagt für den Server- und Anbieterstandort. So hat Microsoft vor Kurzem heimliche Zugriffe US-amerikanischer Ermittlungsbehörden auf den Cloud-basierten Dienst Office 365 eingeräumt. Selbst wenn ein US-Anbieter wie Google, Microsoft oder Amazon die Daten seiner europäischen Kunden auf Server-Farmen in Europa speichert, sind sie vor dem Zugriff amerikanischer Behörden nicht sicher. Auch Google hat solche Zugriffe bereits bestätigt.Die Datenschutzbestimmungen sind innerhalb der EU deutlich strenger als in den USA, wobei Deutschland weit vorn liegt. IT-Unternehmen und -Verbände fordern daher vertragliche Regelungen zwischen Europa und den USA, um europäischen Unternehmen, die US-Dienstleistern ihre Daten anvertrauen, Rechtssicherheit zu bieten. Die Übermittlung von Passagier- und Bankdaten (SWIFT-Abkommen) Richtung USA zeigt allerdings, dass die USA ihre Interessen zu Lasten europäischer Unternehmen und Bürger durchsetzen.Weil Datenschutz für deutsche Unternehmen wichtig ist, schließlich sind sie rechtlich dazu verpflichtet, sollten sie ihren Cloud-Dienstleister nach dem Server-Standort fragen, meint Krieger. Sie sollten in Europa verwurzelte Dienstleister nutzen, die Daten ihrer Kunden nur in Europa speichern - besser noch: in Deutschland. Dessen ungeachtet müssen auch deutsche Anbieter hohe Standards erfüllen. Wichtige Fragen, die dem Anbieter gestellt werden sollten, sind die nach Zertifizierungen, Datenverschlüsselung und redundanter Speicherung zur Erhöhung der Ausfallsicherheit.

Mehr zum Thema

Windows Update: Screenshot
Windows Update jetzt ausführen

Windows Update: Microsoft schließt mit Patch KB3079904 eine kritische Sicherheitslücke, mit der Angreifer ein System komplett übernehmen können.…
Whatsapp-Logo
Abofallen und Gewinnspiele

Erhalten Sie per Whatsapp Werbe-Nachrichten zu Whatsapp Gold, klicken Sie getrost auf Löschen. Dahinter verbergen sich Abofallen und dubiose…
Symbolbild: Sicherheit
Kundenpasswörter im Klartext

Bitdefender-Hack: Der Hacker fordert 15.000 US-Dollar, ansonsten würden Nutzerdaten veröffentlicht. Diese speicherte Bitdefender übrigens im…
Flash-Lücke entdeckt
Schädlinge über Flash-Werbung

Yahoo-Webseiten lieferten vom 28. Juli bis 3. August Malware über Flash-Werbung aus. Das entdeckte das Sicherheitsunternehmen Malwarebytes.
Symbolbild für Internet-Sicherheit und Spionage
Teslacrypt

Die Ransomware "TeslaCrypt" ist ein Trojaner, der vor allem Zockern zu schaffen macht. Savegames werden verschlüsselt, die angeblich erst gegen…