CES-Bilanz 2014

Ultra HD und Curved TVs waren die Trends der CES

Die CES 2014 brachte einige klare Trends hervor: kurvige Bildschirme in extrascharfem Ultra HD, schlanke und kabellose Soundlösungen für TV und Musik, jede Menge Heimvernetzung und vernetzte Wearables, wie Fitnessbänder und Smartwatches. Eine Bilanz direkt aus Las Vegas.

CES 2014

© Andreas Stumptner

CES 2014

Für viele der mehr als 170.000 Fachbesucher hatte die CES 2014 mit einiger Verspätung begonnen. Sie hingen angesichts des eisigen Rekordwinters im Norden Amerikas entweder an betroffenen Umsteigeflughäfen wie Chicago oder New York fest, oder kamen angesichts der Flugausfälle gar nicht erst bis dorthin. Doch wer sich nach Nevada durchschlagen konnte, erlebte eine facettenreiche CES, die ein hoch spannendes Technikjahr 2014 verspricht.

Curved, Ultra HD und Casual Games

Trotz unzähliger Innovationen aus allen erdenklichen Bereichen der Konsumelektronik dominierten die TV- und Home-Entertainment-Neuheiten die Messeauftritte insbesondere der großen Herstellermarken. Ultra HD kommt, wie zu erwarten war, im Lauf des Jahres in vielen Größen von 46 bis 105 Zoll auf den Markt. Der heiße TV-Trend waren jedoch die gebogenen Curved TVs. Ob für UHD, OLED oder klassische LED-Screens, die Biegung soll mehr räumliches und farbechtes Bilderlebnis bringen. Für alle, die sich beim TV-Kauf noch nicht festlegen wollen, stellte Samsung Prototypen seiner Bendable TVs vor, sprich: biegsame UHD- und OLED-TVs, die sich per Tastendruck von gebogen auf flach umstellen lassen.

Auch das Thema Smart-TV bekam in Vegas einen neuen Schub: Portale und Anwendungen wurden stark verbessert. Es wird mehr 4K-Inhalte für Ultra HD als Streamingangebote geben, als ursprünglich für 2014 zu erwarten war. Der Zugriff auf persönliche Favoriten wird dank User-Erkennung einfacher. Und dank der Integration neuer Betriebssysteme wie webOS (LG) oder Android (Philips) werden auch Casual Games als direkte Downloads auf Fernsehern ein ernsthaftes Thema.

Gut für uns Verbraucher, aber schwierig für den Markt: Tendenziell werden die Geräte auch in den Klassen mit Topausstattung eher günstiger als teurer. Alle Hersteller sind sich einig, dass die Verbraucher für viele neue Funktionen keinen Aufpreis bezahlen würden.

Die TV-Highlights der CES 2014

Und ganz am Rande: Es gab an mehreren Messeständen wieder eine ganze Reihe von TV-Prototypen mit 3D ohne Brille zu sehen. Doch bei keinem der Hersteller ist trotz erhöhter Zahl an Blickwinkeln (bis zu 35 statt einst nur neun) ein Launch terminiert.

Sounddecks und Multiroom

In Sachen Sound bleibt Wireless der absolute Megatrend. Ob klassische, noch schlankere Soundbars oder Sounddecks, die sich unter dem Fuß des TVs platzieren lassen, die TV-Tonverbesserer sind begehrter denn je, weil sie inzwischen standardgemäß als kabellose Lautsprecher im Wohnzimmer auch die Stereoanlage ersetzen können.

Und der langjährige Platzhirsch und Beinahe-Monopolist in puncto Multiroom, Sonos, bekommt weitere Konkurrenz. Neben Pure und Bose, die bereits 2013 ihre neuen Mehrraum-Speaker vorstellten, sind nun Konzerne wie Samsung, LG und Panasonic mit eigenen Systemen unterwegs.

Riesenwelle Wearables

Spätestens seit dieser CES dürfen die tragbaren, elektronischen Begleiter, insbesondere aus dem Bereich Fitness und Gesundheit, getrost als Megatrend betrachtet werden. Eine komplette Halle hatten die Hersteller vernetzter Lebensbegleiter und Spielzeuge im Las Vegas Convention Center zusammengebracht. Eine kaum erfassbare Zahl an kleinen und großen Herstellern stellten ihre Fitness- und Lifearmbänder vor, von völlig unbekannten Startups, über Pioniere wie Fitbit bis hin zu Großkonzernen wie Sony. Die meisten Geräte liefern Daten über Bewegung, Schritte, Gewicht, Schlaf und Gesundheitszustand an Smartphone und Tablet und ermöglichen so eine gute Kontrolle der persönlichen Leistungsfähigkeit.

Auch neue Smartwatches waren an vielen Messeständen zu begutachten. Und ihre Funktion wurde deutlicher definiert: Die Armbanduhren werden nicht als Miniaturersatz für Smartphone oder Tablet betrachtet, sondern als deren Ergänzungen für Informationen und Funktionen, für die es sich nicht lohnt, das Basisgerät aus der Hosentasche zu holen.

Auch vernetztes Spielzeug im weiteren Sinne erlebt derzeit einen Boom: Vorreiter Parrot zeigte den CES-Besuchern neue per App steuerbare Drohnen und Minihubschrauber, BeeWi definiiert den Kickertisch neu und lässt elektronische Fußballer ebenfalls per App steuern.

Das Connected Home wird Realität

Unsere Hoffnung hat sich erfüllt: Heimvernetzung und Hausautomation, also das Connected oder Smart Home, war auf der CES so omnipräsent wie nie zuvor. Große Marken wie Samsung und LG stellten ihre Komplettlösungen für Haushalte vor. Aber auch chinesische Hersteller wie Haier und Changhong setzen auf technische Intelligenz im Alltag in Küche und Wohnzimmer. Noch ist jedoch unklar, wann oder ob all diese Systeme auch in Deutschland angeboten werden. Daneben zeigten die Funkstandardallianzen Z-Wave und Zigbee ihre Leistungsfähigkeit.

Viel Erfrischendes gab es auf der CES jedoch vor allem auch bei simplen Einstiegslösungen zu sehen. Belkin, bislang vor allem als Zubehör- und Peripherielieferant bekannt, baut seine Heimvernetzungsmarke WeMo ebenfalls zum System aus, etwa mit kabellos steuerbaren Glühbirnen, Lichtschaltern oder einem Maker-Tool, das es erlaubt, alle erdenklichen Geräte im Haushalt zu einem WeMo-Gerät zu machen. Und auch Gadgethersteller BeeWi und Tabletanbieter Archos waren mit Starterkits für die Heimvernetzung zur Stelle.

Bildergalerie

CES 2014
Galerie
CES 2014 - Bildergalerie

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CES 2014: Curved TV

© Andreas Stumptner

Gebogene Fernseher waren der große Trend, egal ob UHD und OLED, oder klassisches LCD.
CES 2014: Drahtloser Sound

© Andreas Stumptner

Soundlösungen für den Fernseher dürfen gerne kabellos funktionieren.
CES 2014: Smartwatches

© Andreas Stumptner

Zahlreiche Hersteller zeigten vernetzte Fitnessarmbänder und Smartwatches.

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