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CeBIT: Die Zukunft von musicload

Im Interview mit magnus.de hat musicload seine zukünftige Strategie zum Thema MP3, Hörbücher und DRM verraten.

DRM-freie Musik

© Vodafone

DRM-freie Musik

Der Online-Musikhändler musicload hat überraschend früher als geplant sein Portal kopierschutzfrei gestaltet. musicload verspricht, ab März Musik nur noch als DRM-freie MP3-Dateien zu verkaufen. magnus.de hat musicload-Manager Joachim Franz zu Hintergrund und Zukunftsstrategie befragt.

magnus.de: Welche Überraschung haben Sie für Ihre Kunden auf die CeBIT mitgebracht? Joachim Franz: Zum Auftakt der CeBIT haben wir eine gute Nachricht für unsere Kunden im Gepäck: Seit dem 1. März bieten wir unser gesamtes Musik- und Hörbuchrepertoire DRM-frei im Format MP3 an. Damit stehen unseren Kunden einen Monat früher als zunächst angekündigt über sechs Millionen Songs und rund 20.000 Audiobooks ohne digitalen Kopierschutz zur Verfügung. Erfreulich auch, dass wir dank guter Verhandlungen mit der Musikindustrie das bekannte Musicload-Preisniveau beibehalten konnten - und das bei einer deutlich verbesserten Audioqualität von 256 bis 320 Kbit/s. Zudem versehen wir - anders als andere Anbieter - unsere MP3-Dateien nicht mit Wasserzeichen, die persönliche Daten der Käufer beinhalten. In Deutschland haben wir die Diskussion über einen verbraucherfreundlichen Audiostandard und die Abschaffung von DRM maßgeblich voran getrieben. Umso mehr freut uns, dass wir nun als erster Anbieter im Lande komplett kopierschutzfrei sind.

magnus.de: Wird Musicload durch den Wegfall des Kopierschutzes die Preise im Vergleich zu den früher DRM-geschützten Titeln erhöhen? Joachim Franz: An unseren Preisen wird sich durch die Umstellung auf MP3 nichts ändern. Im Gegensatz zu anderen Marktteilnehmern bietet Musicload seit jeher ein flexibles Preissystem, das uns erlaubt, unseren Kunden immer wieder Produkte kostengünstig anzubieten. Besonders beliebt sind unsere "X aus Y"-Angebote, bei denen Musikfans aus einer Vorauswahl an Musiktiteln ihre Favoriten in einer individuellen Playlist zusammenstellen können. Pro Song zahlen sie dabei teilweise nur 55 Cent. Lange hat die Musikindustrie den Kundenwunsch nach DRM-freier Musik ignoriert. Ist der Wegfall von DRM eine Kapitulation vor Raubkopierern? Weniger Kapitulation, vielmehr die Einsicht, dass das Festhalten an DRM die Entwicklung des legalen Vertriebs von digitaler Musik gehemmt hat. In erster Linie gilt es jedoch, dem ehrlichen Kunden den Kauf und Konsum von Musik so einfach und komfortabel wie möglich zu machen. Gerade die Inkompatibilität von Audioformaten und Endgeräten hat lange Zeit eine große Zahl von Musikkonsumenten von der Nutzung legaler Download-Angebote abgehalten. Diese Menschen müssen wir nun von den Vorzügen digitaler Musik überzeugen und für unser Angebot zurück gewinnen.

magnus.de: Wie konnte Musicload die Major-Labels dazu bewegen, auf DRM zu verzichten? Joachim Franz: Die Major Labels haben mittlerweile erkannt, dass DRM nicht den illegalen Musiktausch, sondern vielmehr die erfolgreiche Entwicklung des legalen digitalen Musikvertriebs verhindert. Zu dieser Einsicht hat Musicload durch seine aktive Teilnahme an der Debatte um DRM entscheidend beigetragen. Die Independent Labels waren zu einem früheren Zeitpunkt bereits deutlich offener für das Thema: Mit Four Music konnten wir Ende 2006 das kopierschutzfreie Format MP3 anbieten, erst gut ein Jahr später folgte der Major EMI. Mit den übrigen Majors erfolgte eine phasenweise Umstellung, zum Beispiel mit dem Klassik-Katalog von Universal oder mit einzelnen Alben von Künstlern wie Madonna oder Udo Lindenberg bei Warner.

magnus.de: Sehen Sie eine ähnliche Entwicklung bei Hörbüchern? Joachim Franz: Auch bei Hörbüchern ist die Abschaffung von DRM bereits heute Realität, zumindest für Musicload-Kunden. Seit dem 1. März bieten wir auch unsere gesamten Audiobooks kopierschutzfrei an - und sind damit unseren unmittelbaren Konkurrenten deutlich voraus

magnus.de: Wird Musicload zukünftig unter die Broadcaster gehen und Online-Radio anbieten? Joachim Franz: Schon heute bietet Musicload die Online-Streaming-Flatrate Musicload Nonstop an, bei der der Kunde selbst sein Programm aus nahezu allen Songs unseres gesamten Repertoires zusammenstellt. Online-Radio im klassischen Sinne bieten wir derzeit noch nicht an. In erster Linie konzentrieren wir uns darauf, unsere bestehenden Geschäftsmodelle - den Download-to-Own und unsere Streaming-Flatrate Musicload Nonstop - weiter zu entwickeln. Darüber hinaus werden wir unseren Shop in Zukunft noch stärker an den Bedürfnissen unserer User ausrichten. Dazu gehören maßgeschneiderte Genre-Playlists zu verbraucherfreundlichen Preisen, der Ausbau unserer redaktionellen Inhalte oder auch Exklusiv-Angebote bei Neuveröffentlichungen.

magnus.de: Welches sind Ihrer Meinung nach die größten CeBIT-Highlights? Joachim Franz: Um im eigenen Haus zu bleiben: Was die Deutsche Telekom in diesem Jahr unter dem Titel "Vernetztes Leben und Arbeiten" vorstellt, ist für mich ein absolutes Highlight auf der CeBIT. Ob persönliche Kontakte, Medieninhalte oder Kommunikationsdienste: Wir leben und arbeiten alle längst in einer vernetzten digitalen Welt, doch vielerorts gibt es noch Barrieren, die wir überwinden müssen. Auf dem Stand der Telekom erhalten die Messebesucher einen spannenden Einblick in eine Zukunft, in der Endgeräte und Services praktisch grenzenlos miteinander verschmelzen. Seit Jahren gehören die aktuellen Entwicklungen im Bereich des Internet zu den spannendsten Themen der Branche. 2009 bündelt die CeBIT diese unter dem Titel "Webciety" mit einer Vielzahl an interessanten Veranstaltungen. Das nächste Jahrzehnt wird mehr denn je durch die rasanten Entwicklungen im World Wide Web bestimmt sein, ökonomisch wie sozial.

magnus.de Wir danken für das Gespräch.

Joachim Franz

© Archiv

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