Steve Wozniak auf der Cebit

Für den Apple-Mitbegründer ist Edward Snowden ein Held

Apple-Mitbegründer Steve Wozniak stand am Donnerstag auf der Cebit in einem Interview Rede und Antwort. Laut ihm ist Edward Snowden ein moderner Held.

Steve Wozniak sprach auf der Cebit über aktuelle Themen.

© Apple

Steve Wozniak sprach auf der Cebit über aktuelle Themen.

Über eine Stunde dauerte das Interview, das der  Deutsche-Welle-Moderator Brent Goff am Donnerstag vor über 1.000 Zuschauern auf der Cebit mit dem Apple-Mitbegründer Steve Wozniak führte. Der Cebit-Gast "Woz", wie er von seinen Fans genannt wird, erntete dabei für seine Aussagen über Edward Snowdons Verdienste bei der Aufdeckung von Geheimdienst-Praktiken Szenenapplaus.

Mehrfach beklagte Wozniak, dass es im Netz keine Privatsphäre mehr gebe: "Kein Mensch weiß heutzutage mehr, welche Geräte welche Daten ins Netz funken." Erst recht wisse man nicht, wer dort alles mitliest. Auf die Frage, ob Apple-Geräte frei von "Hintertüren" seien, antwortete er: "Das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen".

Er hält es für einen Fehler, dass Verschlüsselung nicht schon längst allgemein angewendet wird: "Wenn Apple und Microsoft die Verschlüsselungssoftware PGP in ihre Betriebssysteme integriert hätten, würde es heute jeder benutzen", so Wozniak.

In dem Whistleblower Edward Snowden sieht er einen "modernen Helden für die Freiheit des Internets", der auch als ein solcher "in sein Heimatland zurückkehren dürfen sollte". Das Internet sei ein "menschliches Grundrecht" Leider läge die USA beim Datenschutz noch hinter den Europäern. Wozniak: "Es wäre mein Wunsch, sie sollten ihnen sogar vorangehen."

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Die Frage des Moderators, ob Computer die Schule revolutionieren, verneinte Wozniak: "Das glaube ich nicht, Computer sind keine Leitbilder." Auch von der Frage nach dem sogenannten "Computer-Bewusstsein" hielt der Cebit-Gast nicht viel: "Wir brauchen die Intuition des menschlichen Geistes".

Auch zu Apples Geschäftspolitik und Unternehmensphilosophie wurde Wozniak befragt. Er sieht Apple unter einem großen Erfolgsdruck und betonte, dass nicht jedes Jahr eine Entwicklung wie iTunes oder das Tablet erscheinen könne. Persönlich halte er eine größere Öffnung Apples für wichtig und fände es gut, wenn das Unternehmen die Download-Plattform iTunes auch für Android-Geräte öffnen würde.

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