Verstecktes Add-on

Browser-Hijacking in Facebook

Vorsicht bei Videos, die zum Flash-Player-Download auffordern: Eine präparierte Browser-Erweiterung für Firefox und Chrome sorgt für verdeckte Klicks auf den "Gefällt-mir"-Button.

Browser-Hijacking in Facebook

© G Data

Browser-Hijacking in Facebook

Online-Kriminelle nutzen eine altbekannte Masche, um Malware zu verbreiten. Sie streuen Links zu einem angeblichen Video, doch auf der entsprechend präparierten Web-Seite sollen die Opfer erstmal einen Flash Player (player.exe) herunter laden und installieren. Der darin verborgene Schädling installiert eine versteckte Browser-Erweiterung in Firefox und Chrome.

Das Add-on wird im Hintergrund heruntergeladen und bleibt in der Liste der Erweiterungen unsichtbar. Sie kann dadurch auch nicht so einfach wieder entfernt werden. Für das Verstecken der Erweiterung sorgt eine präparierte CSS-Datei (Formatvorlage).

Die Browser-Erweiterung verhindert den Aufruf bestimmter Websites und lädt stattdessen andere. So wird etwa statt Google wird ein türkischer Klon aufgerufen, der mit Werbung zugepflastert ist. Statt Ask.fm  wird über eine Kurz-URL (goo.gl) eine ähnliche türkische Website geladen. Deren Facebook-Profil hat vier Wochen nach der Einrichtung bereits um die 300.000 Fans.

Dieser ungewöhnliche steile Aufstieg erklärt sich durch die heimlichen Aktivitäten der Browser-Erweiterung. Diese sorgt für zahlreiche "Likes", deren Herkunft dem Anwender zunächst rätselhaft bleibt. Die Chrome-Version der Erweiterung nutzt Cloud-Speicher, den Google für Chrome-Erweiterungen bereit stellt. Sie lädt von dort ein Script, das die Likes erzeugt.

Der Antivirus-Hersteller G Data aus Bochum berichtet in seinem Blog über diesen Schädling und bietet auch eine Anleitung zum Entfernen der Chrome-Erweiterung. Chrome-Benutzer sollten nie einen angebotenen Flash Player installieren, denn der ist in Chrome bereits fest integriert. Es muss sich also um ein Täuschungsmanöver handeln.

Die Browser-Erweiterung ist so großflächig verteilt worden, dass sie in G Datas monatlicher Malware-Statistik im März auf Platz vier rangiert. Google hat dieses Add-on inzwischen gesperrt.

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