Strategische Initiative Technik

BND will geschützte Internetverbindungen kontrollieren

Der BND will im Rahmen von "Strategische Initiative Technik" geschützte Internetverbindungen überwachen und investiert dazu 300 Millionen Euro bis 2020.

Symbolbild: Überwachung

© Archiv

Der BND will künftig auch geschützte Internetverbindungen überwachen.

Der Bundesnachrichtendienst plane, in Zukunft auch durch SSL und HTTPS geschützte Internetverbindungen zu überwachen, heißt es in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung. Um dies zu bewerkstelligen, habe der BND die "Strategische Initiative Technik" ins Leben gerufen und für das kommende Jahr 28 Millionen Euro im Vertrauensgremium des Bundestags beantragt.

Bis zum Jahr 2020 sollen insgesamt 300 Millionen in das Projekt fließen, das sich zum Ziel gesetzt habe, in Zukunft die ausländischen sozialen Netzwerke intensiver zu überwachen. Für Deutschland seien derartige Maßnahmen jedoch zunächst nicht geplant. Darüber hinaus ist ein Frühwarnsystem geplant, das Cyberangriffe rechtzeitig erkennen und verhindern soll.

Mit der technischen Aufrüstungskampagnen wolle man dazu beitragen, Daten aus Vermittlungsanlagen - wie etwa ausländische Knotenpunkte - in Zukunft besser erfassen zu können. Mit Hilfe eines 4,5 Millionen Euro teuren Programms namens Swop hoffe der BND, ab dem Jahr 2015 auf eine verdeckte Zugangsstelle im Ausland zugreifen zu können.

Der Dienst erhoffe sich von den Investitionen, die Abhängigkeit von externen Dienstleistern langfristig zu verringern und künftig mehr auf eigene IT-Fachleute setzen zu können. Abgesehen davon plane der BND, weitere 4,5 Millionen Euro für das Programm Nitidezza auszugeben, das die Transportverschlüsselung SSL entschlüsseln soll, die von vielen Shoppingportalen genutzt wird, so der Artikel weiter.

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