Blackshades-Trojaner

Weltweiter Schlag gegen Netzkriminalität

Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen gegen Cybercrime: Mehr als 350 Käufer des Blackshades-Trojaners wurden weltweit ermittelt. Bundesweit wurden Wohnungen von 111 Tatverdächtigen durchsucht.

Die Polizei machte weltweit Käufer des Blackshades-Trojaners dingfest.

© Sergey Nivens - Fotolia.com

Die Polizei machte weltweit Käufer des Blackshades-Trojaners dingfest.

Die Schadsoftware "Blackshades" dient ausschließlich kriminellen Zwecken. Der Trojaner kann beispielsweise durch das Anklicken verseuchter Webseiten auf den Rechner gelangen und ermöglicht den kompletten Zugriff auf den infizierten Rechner. Der Schädling kann Tastatureingaben und Screenshots aufzeichnen, Dateien verschlüsseln, um später deren Freigabe zu erpressen, und heimliche Aufnahmen mit der Webcam übermitteln.

Die Software ist im Grunde ein modifiziertes Tool für die Remote Administration und erfordert weder besonderen Kenntnisse noch anspruchsvolle Hardware. Sie war bis vor kurzem für 40 Dollar zu kaufen. US-Behörden konnten jetzt den Vertreiber des Programmes ermitteln. Mit dessen Kundendatei und über die Verfolgung von Paypal-Zahlungen machte das FBI weltweit über 350 Käufer ausfindig.

Bei diesen wurden vergangene Woche in einer Polizeiaktion in insgesamt 15 Staaten etwa 1.000 Rechner und Speichermedien beschlagnahmt. Außerdem fanden die Ermittler Drogen, Waffen und Bargeld. Allein ein Tatverdächtiger in den Niederlanden soll 2.000 Rechner infiziert haben. Es ist nicht bekannt, wie viele Opfer der Software es insgesamt gibt. Britische Behörden sprechen von 200.000 abgegriffenen Passwörtern.

Der zuständige FBI-Ermittler in New York erklärte, dass "dieses Programm von Tausenden Leuten in mehr als 100 Ländern gekauft" worden ist. In der Bundesrepublik ist die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität zuständig, die wegen des "Verdachts des Ausspähens von Daten und wegen Computerbetrug" ermittelt. Sie leitete die Aktionen gegen die insgesamt 111 Tatverdächtigen in Deutschland. Eine Sprecherin der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft nannte das Verfahren "einen Meilenstein in der internationalen Zusammenarbeit im Bereich Cybercrime".

US-Behörden hatten Entwickler und Vertreiber des Programmes schon lange im Visier. Einer der Entwickler ist bereits Mitte 2012 festgenommen worden, ein weiterer Entwickler und der Kopf der Organisation, ein 24-Jähriger Schwede, wurde November letzten Jahres in Moldawien festgenommen und wartet dort auf die Auslieferung.

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