Bitcoins am Ende?

Die Bitcoins - Goldrausch ohne Gold

Beim Bitcoin-Hype ist vieles wie bei einem richtigen Goldrausch: Die sich blitzartig verbreitende Kunde von sagenhaften Funden und ebenso sagenhaften Profiten, der überhastete Aufbruch, die Gaunereien sowie der Profit, der nicht an den erwarteten Stellen landet.

Bitcoins: Was steckt hinter der virtuellen Währung? Ein Video klärt auf.

© Alfonso de Tomas - Fotolia.com

Bitcoins: Was steckt hinter der virtuellen Währung? Ein Video klärt auf.

Gold, das Metall, kann - anders als der "virtuelle Stoff", aus dem die Bitcoins gemacht sind - für mancherlei nützliche Zwecke in Technik und Medizin sowie für Schmuck verwendet werden. Aber schon beim Gold ist seine Funktion als Wertanlage spekulativ und letztlich an die Übereinkunft gebunden, es für wertvoll zu halten. Diese Übereinkunft ist beim Gold historisch gewachsen. Ist dem gegenüber das Bitcoin eine windige Internet-Blase? Und wie echt ist das virtuelle Geld?

Zur Eignung als Spekulationsobjekt gehört, wie beim Gold, eine gewisse Überhöhung, ein gewisser Mystizismus. Dieser beginnt beim Bitcoin schon bei seiner Entstehung. So ist unklar, ob der "Erfinder" der Bitcoins, der den ersten Bitcoin-Server geschrieben haben soll, wirklich der Erfinder ist. Der US-Amerikaner japanischer Abstammung Satoshi Nakamoto dementiert, der "Erfinder" der Bitcoins zu sein, seine Familie und andere Bitcoin-Pioniere bestätigen aber seine Vorreiter-Funktion.

Eine weitere Gemeinsamkeit mit einem "echten" Goldrausch sind die unzweifelhaft vorhandenen Gewinne der Zubehör-Industrie. Hier finden wir von spezialisierten Server-Farmen, die mit - wegen der immer aufwendiger werdenden Berechnung - steigendem Energieeinsatz Bitcoins produzieren, alles, was die Spekulation beflügeln kann. Dazu gehören Spezial-Mainboards für das Bitcoin-Mining des kleinen Mannes ebenso wie Bitcoin-Geldautomaten-Aufsteller. Automaten, mit denen Bitcoins mit echtem Geld gekauft werden können. Diese haben allerdings keine Auszahlungs-Funktion, was die Presse normalerweise zu erwähnen vergisst.

Und schließlich haben wir alle Spielarten der Gaunerei im Bitcoin-Geschäft, angefangen bei Hardware-Anbietern, die die Vorauszahlungen kassieren, aber nicht liefern. Auch macht die Anonymität der Währung diese tauglich für die Großkriminalität, für Drogen- und Waffenhandel sowie Geldwäsche.

Zur Zeit muss man sich fragen, ob die Bitcoin-Börsen selber allmählich vor dem Aus stehen. Die Börse Mt.Gox konnte beispielsweise, vorgeblich wegen eines Softwarefehlers, längere Zeit nicht auszahlen und hat jetzt offiziell Konkurs angemeldet. Die Bitcoin-Börse Flexcoin aus Kanada musste dicht machen, nachdem 896 Bitcoins entwendet wurden und der Betreiber die Verluste nicht auffangen kann. Auch die Börse Poloniex wurde von Unbekannten um über 12 Prozent ihres Bestandes erleichtert. Sie will die Verluste auffangen, indem sie die Guthaben ihrer Einleger um diesen Prozentsatz kürzt.

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