WM 2014

WM-Maskottchen Fuleco steht auf der Roten Liste

Rund 22.000 Arten sind im Moment auf der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten aufgeführt. Die Liste besteht seit 50 Jahren und aufgrund der Fussball-Weltmeisterschaft in Brasilien gehört das WM-Maskottchen Fuleco, ein Dreibindengürteltier, jetzt ebenfalls dazu.

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Sie alle sind völlig verschieden, leben Tausende Kilometer voneinander entfernt und doch haben sie eines gemeinsam: die Feuchtnasenaffen auf Madagaskar, die Japanischen Aale und das als Maskottchen der Fussball-WM berühmt gewordene Dreibindengürteltier im Nordosten Brasiliens könnten bald von der Erde verschwunden sein, wenn der Mensch sie nicht besser schützt.

Insgesamt stehen rund 22.000 in ihrer Existenz bedrohte Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN).

"Wir sind konfrontiert mit einer Krise des Aussterbens", sagt die britische Naturforscherin Jane Smart. Sie leitet die Abteilung Artenvielfalt im IUCN-Hauptquartier im schweizerischen Gland, wo alle Informationen für die Rote Liste gesammelt werden. Seit  50 Jahren wird die Liste gepflegt, regelmäßig aktualisiert und erweitert.   

Die Liste, die als "Barometer des Lebens" gesehen wird, umfasst insgesamt neun Statusstufen. Hier ein paar Beispiele:

  • "LC" (Least Concern), diese Arten sind nicht gefährdet
  • "VU" (Vulnerable - verletzlich) kennzeichnet Arten - und dazu gehört das WM-Maskottchen - die laut Definition einem "hohen Risiko" ausgesetzt sind, in naher Zukunft auszusterben
  • "CR" (Critically Endangered), hier klingeln alle Alarmglocken, denn es besteht ein "extrem hohes Risiko" des Aussterbens in unmittelbarer Zukunft
  • "EX" ist die traurigste Stufe: sie steht für "Extinct" - ausgestorben 

Die Daten, die die zahlreichen Helfer für die Evaluierung der Arten sammeln, sind oft besorgniserregend und alarmierend. Dennoch ist die Rote Liste auch sehr hilfreich, sie biete eine Chance, sagt IUCN-Chefin Julia Marton-Lefevre. Dann nämlich, wenn sie als "Startpunkt" für entschlossene Naturschutzmaßnahmen genutzt werden. Darin liege die eigentliche Bedeutung der Roten Liste. "Wir müssen sie erheblich erweitern, um die Herausforderungen des Artenschutzes besser verstehen und Prioritäten setzen zu können."

Bis 2020 will die IUCN die Zahl der gefährdeten Arten auf 160.000 erhöhen. Das "Barometer des Lebens" würde dann noch klarere Aussagen ermöglichen.

Mit dem Dreibindengürteltier (auch Nördliches Kugelgürteltier) ist dank der Fußball-WM bereits ein weiteres gefährdetes Tier hinzugekommen. Die Bestände des Tieres sind um ein Drittel zurückgegangen. Hauptgrund ist, dass die Lebensräume des Gürteltiers in der bevölkerungsreichen Buschlandregion Caatinga im Nordosten Brasiliens um 50 Prozent geschrumpft sind.

Die bewusste Entscheidung für das gefährdete Gürteltier als Glücksbringer namens Fuleco zeigt, welchen Beitrag auch der Sport für den Naturschutz leisten kann.

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