Intel Developer Forum 2013

Bay-Trail-Atom für schnellere Tablets

Dieses Jahr stehen beim IDF in San Francisco die "kleinen" Intel-Prozessoren im Mittelpunkt. Mit neuen Atom-Prozessoren der Bay-Trail-Generation will Intel nicht nur das Geschäft mit flotten und günstigen Windows-8-Tablets ankurbeln, sondern auch bei Android-Tablets gegen die ARM-Konkurrenz Punkte machen.

Intel Bay Trail IDF

© Intek

Intel Bay Trail IDF

Die bisherige Intel-Atom-Generation für Tablets bot zwar schon eine gemessen an der Leistungsaufnahme ordentliche Rechenleistung, bei 3D-Spielen machten die Z2000-Atoms der Clover-Trail-Baureihe aber eine eher klägliche Figur. Das lag vor allem an der schon in die Jahre gekommenen PowerVR-Grafik.

Der neue Atom-Prozessor basiert auf Intels 22-Nanometer-Technik, die auch bei den aktuellen Core-Prozessoren zum Einsatz kommt, die Clover-Trail-SoCs wurden noch in 32 Nanometern hergestellt. Die ersten Vertreter der neuen Atom-Generation auf Silvermont-Basis, der Z3770 und der Z3740 warten nun mit vier statt mit zwei Kernen auf, unterstützen allerdings kein Hyperthreading mehr. Als GPU ist nun eine Intel-HD-Grafik vom GT1-Typ mit DX11-Unterstützung integriert, aber nur mit vier Ausführungseinheiten. Der außerordentlich schnelle Video-Transcodierer Quick Sync Video ist aber enthalten. Eine weitere Eigenschaft, die der Bay Trail-T von den Core-Prozessoren geerbt hat, ist das ausgefeilte Power-Management mit variablen Taktraten für CPU-Kerne und GPU sowie den Turbo-Boost für ein kurzzeitiges automatisches Übertakten. So kann der Z3770 mit einer Grundfrequenz von 1,5 GHz seine Taktrate auf bis zu 2,41 GHz steigern. Der Z3740 arbeitet mit bis zu 1,86 GHz bei 1,33 GHz Grandfrequenz. Die Z2000-Prozessoren können nur mit einer maximalen Taktfrequenz von 1,8 GHz aufwarten.

Für die neuen Bay-Trail-T-Atoms der Z3000-Baureihe verspricht Intel daher nicht nur eine verdoppelte Rechenleistung bei gleicher Leistungsaufnahme, sondern vor allem eine um den Faktor 3 höhere 3D-Performance. Zudem verspricht Intel Akkulaufzeiten um die 10 Stunden und vor allem eine Standby-Zeit von bis zu drei Wochen Für AMD wird es jetzt auf jeden Fall noch etwas schwerer, seine für Tablets bestimmten A4-Prozessoren (Temash) an den Mann zu bringen, selbst wenn er bei der 3D-Performance weiterhin schneller ist, als sein neuer Intel-Konterpart. Wie die Z3000-Prozessoren unter Android im Vergleich zu modernen ARM-Prozessoren wie dem Qualcomm Snapdragon 800, dem Nvidia Tegra 4 oder dem Samsung Exynos 5 abschneiden, bleibt abzuwarten.

Ein weiterer Vorteil von Bay Trail-T gegenüber Clover Trail ist die 64-Bit-Unterstützung des neuen Prozessors. Allerdings weniger für die Performance, da die  Tablets sowieso nur mit zwei GByte RAM bestückt sind, mehr unterstützt der Prozessor nicht, sondern primär für den Firmeneinsatz, da keine speziellen Software-Images und System-Management-Tools nötig sind. Zunächst kommen die neuen Windows-8.1-Tablets mit Bay Trail aber nur mit der 32-Bit-Version des Betriebssystems auf den Markt, da unter 64-Bit-Windows die Connected-Standby-Funktion noch nicht richtig funktioniert.

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