Studie von AV-Test

Suchmaschinen führen zu Malware-Seiten

Eine 18 Monate dauernde Studie des AV-Test Instituts belegt mit Fakten, dass Suchmaschinen wie Google und Bing ausgenutzt werden, um Web-Nutzer auf Malware-haltige Web-Seiten zu locken.

Studien-Ergebnisse von AV-Test: Über Suchmaschinen gerät man auf Malware-Seiten.

© AV-Test

Studien-Ergebnisse von AV-Test: Über Suchmaschinen gerät man auf Malware-Seiten.

Das Magdeburger AV-Test Institut, bekannt für Tests von Sicherheitsprogrammen, hat zwischen August 2011 und Februar 2013 über 40 Millionen Web-Seiten aus den Trefferlisten der gängigen Suchmaschinen untersucht. Die Ergebnisse der 18-monatigen Studie bestätigen, was sicherheitsbewussten Anwendern im Grunde klar war: Suchmaschinentreffer können zu Malware-Seiten führen.

Online-Kriminelle optimieren eigens vorbereitete Web-Seiten so, dass sie prominent in den Treffenlisten gängiger Suchmaschinen wie Google und Bing erscheinen. Sie greifen aktuelle Themen auf, etwa Nachrichten, bei denen Suchmaschinenbenutzer weniger Argwohn hegen. Die Seiten leiten Besucher auf weitere Seiten um, die Sicherheitslücken im Browser und in anderer installierter Software ausnutzen, um Schädlinge einzuschleusen.

Die Magdeburger haben neben Google und Bing auch die russische Suchmaschine Yandex sowie einige weitere Dienste untersucht. Google hat unter den drei Branchengrößen noch am besten abgeschnitten, Bing lieferte im Testzeitraum fünfmal so viele schädliche Links aus, Yandex sogar zehnmal so viele wie Google.

Bei der Untersuchung der verlinkten Web-Seiten haben die Tester 5.000 Schädlinge gefunden. Zwar ergibt dies nur einen geringen Anteil verseuchter Seiten, doch bei zwei bis drei Milliarden Suchanfragen allein bei Google können so erschreckend hohe Infektionszahlen zusammen kommen.

Viele Anwender pflegen ihr System nicht oder zu wenig mit aktuellen Updates. Das nutzen Online-Kriminelle aus, um Malware über bekannte Schwachstellen im Browser und dessen Plug-ins einzuschleusen. Lücken in Java, Flash und Adobe Reader werden am häufigsten genutzt.

Die durch AV-Test regelmäßig geprüften Schutzprogramme erkennen im Durchschnitt etwa 90 Prozent der Schädlinge, die besten besten erreichen nahezu 100 Prozent. Das bedeutet, mit einem System auf dem aktuellen Update-Stand und einer sehr guten Antiviruslösung sind Internet-Nutzer relativ gut aufgestellt. Wer diese Faktoren vernachlässigt, setzt seinen Rechner einem erheblichen Infektionsrisiko aus und nimmt Datenverluste sowie finanzielle Schäden in Kauf.

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