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Twitter-Trend-Thema Sexismus-Hashtag #aufschrei bringt es auf 49.000 Tweets und 30.000 Retweets

Das Twitter-Hashtag #aufschrei bringt es mit 49.000 Tweets und 30.000 Retweets auf einen Deutschland-Rekord. Das am 25. Januar 2013 geborene Social-Media-Keyword zur Sexismus-Debatte ist das am häufigsten auf dem Microblogging-Dienst behandelte Thema.

Eine Analyse zum Twitter-Thema #aufschrei liefert interessante Einblicke.
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© Screenshot: twitter.com
Eine Analyse zum Twitter-Thema #aufschrei liefert interessante Einblicke.

Das Sexismus-Hashtag #aufschrei auf Twitter ist allgegenwärtig: 49.000 Tweets und mindestens 30.000 Retweets vom 25. bis zum 31. Januar 2013 sind Rekord im deutschen Online-Kosmos. Auf diese Zahl kommt die Braunschweiger Informatikerin Lena Schimmel, die derzeit zusammen mit einer Aktivistengruppe den Twitter-Sturm von Ende Januar auswertet und analysiert. Das berichtet der Spiegel in der kommenden Ausgabe.

Die bisher einmalige Beteiligung an einem Twitter-Thema fußt auf Beiträgen von 15.000 Nutzern. Darunter seien jedoch nicht nur Betroffene, die ihre persönlichen Geschichten im 140-Zeichenformat erzählen, sondern auch sogenannte Trolle: Online-Trittbrettfahrer, die in diesem Fall den Beliebtheitsgrad eines Themas ausnutzen, um Schabernack zu verbreiten. Einer der am häufigsten weitergeleiteten Beiträge (Retweets) war etwa: "Meine Frau wollte auch etwas zu #aufschrei twittern. Das WLAN reicht aber nicht bis in die Küche."

Die knapp 80.000 Beiträge auf Twitter beziehen sich lediglich auf die letzte Januarwoche 2013. Die Analyse von Lena Schimmel und ihrem Team laufe derzeit noch. Im Gegensatz zu anderen Trend-Themen im Netz bricht die Aktivität jedoch nicht schon nach wenigen Tagen ein. Beim sonntäglichen Tatort seien etwa 20.000 Tweets zu verzeichnen. Die Sendung „Wetten, dass…“ bringe es auf 30.000 pro Woche. Im Gegensatz zum #aufschrei lässt die Beteiligung jedoch spätestens drei Tage nach der jeweiligen Erstausstrahlung nach.

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Doch wie begann die Erfolgsgeschichte um einen Social-Media-Term, der ein eigentlich Web-2.0-untypisches und ernstes Thema zum Gegenstand hat? Laura Bates - Autorin vom Guardian - veröffentlichte auf dem Frauenblog der britischen Tageszeitung einen Artikel über sexuelle Belästigung. Die anschließende Diskussion - auch in Deutschland - verleitete Social-Media-Beraterin Anne Wizorek zu dem Vorschlag, Twitter-Beiträge zum Thema unter dem Sammelbegriff (Hashtag) #aufschrei zu verfassen. Immer mehr Leute beteiligten sich und äußerten sich zu dem Thema. Aktuelle Entwicklungen in Politik und Medienwelt taten ihr Übriges. Das jüngste Web-Phänomen war geboren.

 
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